Gruppenarbeit
Lena Reiner

Ziel und Gegenstand

Die Integration geflüchteter Menschen in die Gesellschaft ist eine Gemeinschaftsaufgabe, der sich alle Kommunen früher oder später stellen müssen. Diese Aufgabe bringt viele Gestaltungschancen und Entwicklungsmöglichkeiten, führt aber auch zu Sorgen und Ängsten bei den Menschen, die diese Veränderung skeptisch sehen. Das Format „Kommunaler Flüchtlingsdialog“ bietet die Möglichkeit, diese Themen in einer Kommune konkret zu behandeln. Städte und Gemeinden sind aufgerufen, einen Kommunalen Flüchtlingsdialog durchzuführen, um gemeinsam die Frage „Wie leben wir zukünftig zusammen?“ zu diskutieren. Denn Kommunen sind die Orte an denen sich entscheidet, wie sich das zukünftige Zusammenleben gestaltet und ob die Integration gelingt.

Auf der Basis einer Kultur der Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern wird mit den Kommunalen Flüchtlingsdialogen ein Prozess in Gang gesetzt, der möglichst viele kommunale Akteure einbindet, auch unbequeme Themen adressiert und Perspektiven für ein gelingendes Zusammenleben in der Kommune eröffnet.

Ziel ist es, Lösungsansätze für die Herausforderungen zu finden, daraus konkrete Maßnahmen herauszuarbeiten sowie Vereinbarungen für die Umsetzung und die weitere Zusammenarbeit zu treffen.

Kommunaler Flüchtlingsdialog

Ein Kommunaler Flüchtlingsdialog bringt Menschen über verschiedene Themen miteinander ins Gespräch und bringt Informationen, Ideen, Bedenken und Lösungsansätze zusammen. Viele Fragestellungen kommen aus den Bereichen Bauen & Wohnen, Kindergarten & Schule, Ausbildung & Arbeit, Gemeinschaft & Nachbarschaft, Infrastruktur & Sicherheit. Je nach lokalen Gegebenheiten und Größe einer Kommune können diese Themen auch variieren.

Ein Kommunaler Flüchtlingsdialog umfasst drei Schritte:

Zur Vorbereitung des Kommunalen Flüchtlingsdialogs erstellt ein Berater gemeinsam mit der Kommune eine Analyse des Bedarfs, der Themenfelder und der Akteure:

  • Wo stehen wir als Kommune bei der Integration?
  • Welche Maßnahmen haben wir getroffen?
  • Welche Themen müssen vor Ort mit den Bürgerinnen und Bürgern diskutiert werden?
  • Welche Akteure sollten eingebunden sein?
  • Wie kann der Dialog konzipiert sein?

Zur Organisation des Kommunalen Flüchtlingsdialogs entwirft die Beraterin in enger Absprache mit der Kommune einen entsprechenden Projektplan und berät die Kommune im Hinblick auf die methodische Umsetzung (z.B. Zukunftswerkstatt, World-Café) und die Festlegung der Akteure.

Die Durchführung des Kommunalen Flüchtlingsdialogs wird von der Beraterin gemeinsam mit der Kommune vorbereitet und moderiert. Im Flüchtlingsdialog wird bzw. werden von den eingeladenen Akteuren aus mehreren Blickwinkeln

  • die aktuelle Situation beschrieben
  • notwendige Handlungsfelder ermittelt
  • mögliche Konfliktfelder identifiziert
  • Ideen für das weitere Vorgehen erarbeitet

Über konkrete Maßnahmen, die sich daraus ergeben, wird entweder zum Abschluss des Kommunalen Flüchtlingsdialogs entschieden oder die Entscheidung und Weiterarbeit wird verbindlich an eine Arbeitsgruppe delegiert.

Die Ergebnisse des Kommunalen Flüchtlingsdialogs werden von dem Berater oder der Beraterin zusammengefasst, gebündelt und gemeinsam mit der Kommune in den Maßnahmenkatalog überführt. Eine verantwortliche Person oder eine verantwortliche Arbeitsgruppe (Begleitkreis) wird benannt, die die weitere Zusammenarbeit vor Ort koordiniert und dafür Sorge trägt, dass die vereinbarten Maßnahmen zu einer verbindlichen Umsetzung gelangen.

Antrag auf Förderung in Baden-Württemberg

Ausgehend von dem Kabinettsbeschluss des Landes Baden-Württemberg zur Flüchtlingshilfe durch Bürgerschaftliches Engagement und Zivilgesellschaft können Fördermittel für die Durchführung eines Kommunalen Flüchtlingsdialogs unter folgendem Link  beantragt werden:

Zur Website der Landeszentrale 

Die Kommunalen Flüchtlingsdialoge in Baden-Württemberg sind ein Kooperationsprojekt von Staatsrätin Gisela Erler mit dem Städtetag, der Führungsakademie und der Bertelsmann Stiftung. Das Beteiligungsformat wird gefördert vom Staatsministerium Baden-Württemberg und dem Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg aus Mitteln des Programms „Flüchtlingshilfe durch Bürgerschaftliches Engagement und Zivilgesellschaft“. Umgesetzt wird das Förderprogramm von der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg.