Name der Stadt oder Gemeinde
Gemeinde Aidingen-> www.aidlingen.de

Einwohnerzahl
8979 (5/2016)   

Landkreis
Böblingen

Regierungsbezirk
Stuttgart

Name und Adresse der Kontaktperson für den Kommunalen Flüchtlingsdialog:
Bürgermeister Ekkehard Fauth
Hauptstraße 6
71134 Aidlingen

Telefon der Kontaktperson
07034/125-21

E-Mail der Kontaktperson
e.fauth@aidlingen.de

Bitte beschreiben Sie kurz die Zielsetzung, das Format und die methodische Umsetzung des Flüchtlingsdialogs.

Durchführung am Mittwoch, 09.11.2016, 16.00 Uhr - 19.30 Uhr

Ziel des KFD in Aidlingen war es, die Bürgerinnen und Bürger über die aktuelle Situation zu informieren. bestehende Ängste abzubauen und eine differenzierte Betrachtung der Flüchtlinge zu ermöglichen. Dazu sollten alle Interessierten - Einheimische und Flüchtlinge - gemeinsam ins Gespräch kommen, sich persönlich kennenlernen, auch Fragen und Bedenken ansprechen können und möglichst auch selbst Aufgaben übernehmen. So war ein weiteres Ziel, konkrete Vorschläge zu erarbeiten und diese im Anschluss in die Tat umzusetzen.

Am Anfang stand eine Information durch den Bürgermeister und eine Gesprächsrunde mit Engagierten aus diversen Bereichen der Flüchtlingsarbeit (Asylkreis, Schule, Sport, Feuerwehr etc.) und mehreren Flüchtlingen. Eine Besonderheit war die Präsentation eines Kurzfilms, den ein syrischer Flüchtling über seine Flucht und die Zerstörung von syrischen Kulturstätten durch den Krieg gedreht hatte. Wesentlicher Bestandteil des Abends war die Diskussion an verschiedenen Thementischen (mit Mitgliedern des Asylkreises und Flüchtlingen). Dabei wurden konkrete Handlungsmöglichkeiten erarbeitet, die leitend für die künftige Integrationsarbeit sein werden.

Was war in Ihrer Kommune der konkrete Anlass für die Durchführung eines Flüchtlingsdialogs? Welche Ausgangssituation fanden Sie vor?

Anlass für die Durchführung des Kommunalen Flüchtlingsdialogs war die zunehmende Anzahl von Erst- und Anschlussunterbringungen von Flüchtlingen in der Gemeinde Aidlingen. Außerdem bestand unter den Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde großer Informationsbedarf und ein stark wahrnehmbares Interesse am Thema Integration - sowohl in der Bevölkerung als auch bei den Flüchtlingen.

In Aidlingen engagieren sich seit geraumer Zeit der Asylkreis,  Kirche, Vereine und andere Organisationen sehr rege in der Flüchtlingsarbeit. 

Wer hat diese Aufgaben übernommen? Für welche Aufgaben haben Sie Beratungs- und Moderationsleistungen in Anspruch genommen?

Weeber + Partner, Institut für Stadtplanung und Sozialforschung, Mühlrain 9, 70180 Stuttgart, www.weeberpartner.de; Gabriele Steffen, Philip Klein (Geschäftsleitung), Mona Fakler

Beratung, Konzeption, Öffentlichkeitsarbeit, Unterstützung der Organisation und Durchführung, Moderation, Dokumentation.

Welche Themen wurden im Flüchtlingsdialog diskutiert und bearbeitet?

Anschließend an den Informationsinput zu Beginn der Veranstaltung fand eine Diskussion an fünf Thementischen statt:

    1. Angekommen: Nachbarschaft, Alltag, Zusammenleben
    2. Freizeit und Sport
    3. Unterschiede und Gemeinsamkeiten: Religion, Alltagsrituale, Wertesystem, Mentalität,
    4. leichberechtigung (dieses Thema war an zwei Thementischen vertreten)
    5. Unser Aidlingen: Was tun wir gemeinsam für das Gemeindeleben?

Bitte nennen Sie die Teilnehmergruppen und die Anzahl der Personen, die an dem Flüchtlingsdialog teilgenommen haben.

  • Flüchtlinge
  • Bürgerinnen und Bürger
  • Asylkreis
  • Verwaltung (Gemeinde und Landratsamt)
  • Gemeinde- und Ortschaftsräte
  • Feuerwehr
  • DRK
  • Schulen
  • Kirchen
  • Diakonissenmutterhaus
  • Vereine und sonstige Organisationen

Anzahl der Personen: ca. 90

Wie zufrieden sind Sie mit dem Ablauf der Dialogveranstaltung(en)? (Format, Struktur, Moderation, Transparenz, fairer und respektvoller Umgang, Informationsmaterial etc.)

Wie zufrieden sind Sie mit den Ergebnissen der Dialogveranstaltung(en)? (Diskussionsqualität, Erkenntnisse, Ergebnisse, anderer Mehrwert etc.)

Die Verantwortlichen sind mit dem Ablauf sehr zufrieden. Die große Resonanz war überaus erfreulich. Über 90 Personen aus verschiedenen Bereichen - darunter auch viele Flüchtlingsfamilien - haben am Flüchtlingsdialog teilgenommen.
Die Gespräche zwischen Flüchtlingen und anderen Teilnehmern kamen gut in Gang. Es herrschte ein fairer und respektvoller Umgang, der auch in der Evaluation als besonders positiv bewertet wurde.

Auch mit den erarbeiteten Ergebnissen der Veranstaltung sind wir sehr zufrieden. Die Diskussion war interessiert und respektvoll, es besteht großes Interesse an einer Weiterarbeit des Dialoges. Geplant ist die Bildung einer Arbeitsgruppe.

Nennen Sie drei wichtige Ergebnisse bzw. konkrete Maßnahmen, die im Flüchtlingsdialog erarbeitet wurden.

Wie schätzen Sie die Wirkung des Flüchtlingsdialogs ein: Werden die Ergebnisse des Flüchtlingsdialogs in Ihrer Kommune zu weiteren Handlungen bei Akteuren aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft führen? Welche konkreten Schritte wurden dazu vereinbart?

Konkrete Ergebnisse:

  • Wunsch nach mehr Öffentlichkeitsarbeit
  • diverse Kleinprojekte: z.B. gemeinsames Kochen und Backen
  • Angebote speziell für Frauen (z.B.   Gesprächstreffen)
  • Gewinnung von Ehrenamtlichen

Für die Umsetzung der erarbeiteten Ergebnisse ist die Bildung eines Arbeitskreises geplant.
Zunächst steht vor allem steht die Durchführung mehrerer kleiner Projekte im Fokus.

Wie hoch schätzen Sie die in Ihrer Kommune entstandenen Kosten für Organisation und Durchführung der Flüchtlingsdialoge ein? (Beratungs- und Moderationskosten, Sachmittel etc.)

Stehen Aufwand und Ergebnis in einem guten Verhältnis?

Die Bereitstellung des Schlosskellers erfolgte als Sachmittel durch die Gemeinde. Die Bestuhlung wurde von Bauhofmitarbeitern erledigt.

Die Bewirtungskosten wurden durch eine Spende des Weißen Balletts e.V., Aidlingen übernommen und stammen aus Einnahmen aus der Bewirtung einer Veranstaltung ("Heckengäu trifft Morgenland"), an der viele Flüchtlinge maßgeblich beteiligt waren.

Die Beratungs- und Moderationskosten konnten durch die Zuwendung aus dem Programm "Flüchtlingshilfe durch Bürgerschaftliches Engagement und Zivilgesellschaft" des Landes Baden-Württemberg gedeckt werden.

Ja, die Teilnahme am Flüchtlingsdialog war sehr zufriedenstellend und es wurden konkrete Ergebnisse erarbeitet, die leitend für das weitere Vorgehen sein werden.

Was würden Sie beim nächsten Mal anders machen?

Welche Verbesserungsvorschläge haben Sie, insbesondere auch im Hinblick auf die Rahmenbedingungen?

Es wäre hilfreich, den Evaluationsbogen mehrsprachig zur Verfügung zu stellen. Da es bis zum Schluss sehr rege Gespräche unter den Anwesenden gab, war es generell schwierig, zum Ausfüllen des umfangreichen Fragebogens zu motivieren.

Mehrere kleine Räume (für die Thementische) bzw. ein Raum mit besserer Akustik wären - vor allem bei einer großen Teilnehmerzahl - hilfreich.

Die Informationsphase zu Beginn könnte beim nächsten Mal etwas gekürzt und die Diskussionsphase verlängert werden.