Name der Stadt oder Gemeinde
Baden-Baden -> www.baden-baden.de

Einwohnerzahl
54000

Landkreis

Regierungsbezirk
Karlsruhe

Name und Adresse der Kontaktperson für den Kommunalen Flüchtlingsdialog:
Fachbereich Bildung und Soziales, Katharina Thomas, Gewerbepark Cite 1, 76532  Baden-Baden

Telefon der Kontaktperson
07221  9314696

E-Mail der Kontaktperson
katharina.thomas@baden-baden.de

Bitte beschreiben Sie kurz die Zielsetzung, das Format und die methodische Umsetzung des Flüchtlingsdialogs.

Durchführung am 17.11.2016 und 29.11.216 jeweils von 17.00 bis 20.30 Uhr

Unsere Zielsetzung war es, konkrete Arbeitspakete/Arbeitsgruppen festzulegen, um die Integration von Flüchtlingen in Baden-Baden zu verbessern. Wir haben uns bewusst für zwei Termine entschieden, um den Teilnehmern die Möglichkeit zu geben, die Ergebnisse des ersten Termins (Bestandsaufnahme/was lief gut, was lief schlecht) auf sich wirken zu lassen. Um dann am zweiten Termin den Blick auf die Zukunft zu lenken. Es handelte sich um ein fast reines Arbeitstreffen mit punktuellen Inputs zum Thema Integration. Gearbeitet wurde im ersten Termin in Gruppen zu verschiedenen Fragestellungen. Die Ergebnisse wurden in einer Art Mindmap festgehalten und von den Teilnehmern selbst vorgestellt. Der zweite Termin war in Form eines Worldcafe aufgebaut. Aus dem sich am Ende feste Aufgabenpakete ergeben haben.

Was war in Ihrer Kommune der konkrete Anlass für die Durchführung eines Flüchtlingsdialogs? Welche Ausgangssituation fanden Sie vor?

Aufgrund der rückläufigen Asylbewerberzahlen  ist etwas Ruhe in den Bereich Asyl eingekehrt. Aus diesem Grund wollte man als Stadtverwaltung und zuständig für die Unterbringung der Flüchtlinge die Chance nutzen, um mit verschiedenen Akteuren das Thema Integration zu beleuchten und mit neunen Gesichtspunkten auf den Weg zu bringen. In Baden-Baden gibt es unterschiedliche Akteure die im Bereich der Flüchtlingshilfe tätig sind. Als kommunale Verwaltung war es uns wichtig, mal alle ehrenamtlichen und hauptamtlichen Akteure in das Thema Integration mit einzubinden und gemeinsam verschiedene Bausteine zu entwickeln.

Wer hat diese Aufgaben übernommen? Für welche Aufgaben haben Sie Beratungs- und Moderationsleistungen in Anspruch genommen?

Die Beratung und Moderation haben ein Team aus zwei Moderatoren übernommen.

Herr Justus Kindermann Kindermann KG, Nebeniusstr. 12, 76137 Karlsruhe

und

Frau Ankica Rukavina, Stadtverwaltung Baden-Baden, Scherer Kinder- und Familienzentrum, Breisgaustraße 23, 76532 Baden-Baden

Im Rahmen von Mehrarbeit, da sie eine Zusatzausbildung im Leiten von Runden Tischen hat. Herr Kindermann und Frau Rukavina haben schon in anderen Kontexten gemeinsam Veranstaltungen moderiert.

Wir haben das Beratungs- und Moderatorenteam zur Planung des kompletten Flüchtlingsdialogs mit einbezogen.  Die Grundausrichtung wurde von der Stadtverwaltung vorgegeben und Herr Kindermann und Frau Rukavina haben den Aufbau der Veranstaltung erarbeitet und einen Projektplan entworfen. Dieses Konzept wurde an einem Vorbereitungstermin vorgestellt und gemeinsam mit der Stadtverwaltung durchgesprochen. Anhand der Ausrichtung wurden gemeinsam die Teilnehmer festgelegt. Ziel sollte sein, dass das Moderatorenteam gemeinsam mit den Teilnehmern 3-4 konkrete Arbeitspakete entwickelt. Das Moderatorenteam hat durch den gesamten Flüchtlingsdialog geleitet und diesen durchgeführt. Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung waren bei dieser Veranstaltung Teilnehmer um zu gewährleisten, dass man sich auf Augenhöhe trifft.  Zudem haben Frau Rukavina und Herr Kindermann immer wieder die Richtung und Aufgabenstellung vorgegeben und wenn nötig, die Teilnehmer auch wieder zum Thema zurück geführt.

Bei der Nachbesprechung wurden die Ergebnisse durch das Moderatorenteam vorgestellt und mit der Stadtverwaltung gemeinsam analysiert.  Zudem wurden klare Aufgabepakete geschnürt, die nun der Satdtverwaltung als Arbeitsgrundlage dienen. Die Arbeitspakete wurden an das Team Integration übergeben, dass die Begleitung der enstandenen Arbeitsaufträge übernimmt.

Welche Themen wurden im Flüchtlingsdialog diskutiert und bearbeitet?

FolgendeThemenfelder wurden bearbeitet:

1. Termin: Rückbetrachtung Vergangenheit "was lief gut/was lief schlecht", "unsere Stärken und unsere Schwächen im Bereich Integration" und wie helfen uns diese Schwächen und Stärken.

Ende Termin: 1 Ideensammlung Themenbereiche für Treffen 2.

2. Termin: Folgende Themenfelder ergaben sich aus dem ersten Termin: Partizipation in den Unterkünften, Zugang zu Vereinen im Gemeinwesen, Aufklärungsbausteine für verschiedene Themenschwerpunkte,

Kompetenz Ehrenamt/Hauptamt im Bezug auf anstehende Aufgaben.

Zielfahrplan Mobilität, Wohnen und Arbeiten.

Bitte nennen Sie die Teilnehmergruppen und die Anzahl der Personen, die an dem Flüchtlingsdialog teilgenommen haben.

Die Teilnehmergruppe setzte sich aus unterschiedlichen Akteuren zusammen. Es handelte sich dabei um verschiedene Vertreter der Stadtverwaltung (aus unterschiedlichen Handlungsfeldern), Akteure der UMA Unterbringung, Jobcenter, Agentur für Arbeit, VHS, Wohlfahrtsverbände, Ehrenamtliche, Migranten, Geschäftsführende Schulleiter, Schulleiter der berufsbegleitenden Schulen, Ehrenamtkoordinatoren, Integrationsbeauftragte, Kirchenvertreter, AK Asyl ...

Es waren bei beiden Terminen ca. 40 Personen

Wie zufrieden sind Sie mit dem Ablauf der Dialogveranstaltung(en)? (Format, Struktur, Moderation, Transparenz, fairer und respektvoller Umgang, Informationsmaterial etc.)

Wie zufrieden sind Sie mit den Ergebnissen der Dialogveranstaltung(en)? (Diskussionsqualität, Erkenntnisse, Ergebnisse, anderer Mehrwert etc.)

Grundlegend sind wir zufrieden mit der Veranstaltung. Das Format war sehr gut und auch das Durchführen von zwei kürzeren Veranstaltungen war sehr hilfreich um gut mit allen Beteiligten arbeiten zu können und sie auf den Arbeitsweg mitzunehmen. Die Arbeitsschwerpunkte wurden immer transparent kommuniziert und die Teilnehmer waren durchgehend in den Arbeitsprozess involviert. 

Die Moderatoren haben nach jeder Arbeitseinheit die Ergebnisse nochmals zusammengefasst und auch die Dokumentation der ganzen Veranstaltung gut aufgearbeitet. Jeder Teilnehmer erhielt nach Abschluss des Kommunalen Flüchtlingsdialogs die Abschlussdokumentation per E-Mail zugesendet. Die Diskussionsqualität war durchweg gut und man ist zu guten Arbeitsergebnissen gekommen. Wichtig war auch, mal den Kreis der engagierten Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen zusammen zu bringen und die verschiedenen Akteure kennenzulernen. Dieser Kreis der Akteure sollte den Grundstein legen für ein zukünftiges Format.

Nennen Sie drei wichtige Ergebnisse bzw. konkrete Maßnahmen, die im Flüchtlingsdialog erarbeitet wurden.

Wie schätzen Sie die Wirkung des Flüchtlingsdialogs ein: Werden die Ergebnisse des Flüchtlingsdialogs in Ihrer Kommune zu weiteren Handlungen bei Akteuren aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft führen? Welche konkreten Schritte wurden dazu vereinbart?

Es wurden konkrete Arbeitsergebnisse entwickelt, die nun im Laufe des kommenden Jahres umgesetzt werden sollen.

Dabei handelt es sich um den Bereich Internet Plattform. Es wurde anhand verschiedener Methoden herausgearbeitet, dass alle Akteure der Meinung sind, dass es dringend eine übersichtliche Internetplattform geben muss. Die Plattform soll Überblick über die verschiedenen Angebote geben und einem breiten Publikum zugänglich sein. Zudem sollen die unterschiedlichen Bereiche auch für Flüchtlinge und Miranten verständlich sein. Die Inhalte sollen auch von unterschiedlichen Akteuren bearbeitet werden können.

Ein weiterer Bereich war die Öffnung und Heranführung an örtliche Vereine. Zu diesem Bereich soll eine Arbeitsgruppe gegründet werden, die das Thema Vereine in der Kommune mal unter die Lupe nimmt. Welche Vereine gibt es, wer sind die Kontaktpersonen, was bedeutet eine Vereinsmitgliedschaft, gibt es Stellen, die Mitgliederbeiträge übernehmen, Migranten und Flüchtlingen das System und den Aufbau von Vereinsstrukturen in Deutschland erklären...

Über Vereine erreicht man ein breites Publikum, um die Integration über den Freizeitfaktor voran zu treiben.

Als drittes Arbeitspaket wurde ein politisches Paket geschnürt. Um die Integration  Aller auf den Weg zu bringen, ist Mobilität im Alltag ganz wichtig. Daher waren sich alle Teilnehmer einig, dass es in Baden-Baden dringend ein Sozialticket braucht, dass allen sozial Schwachen zur Verfügung stehen sollte.

Wichtig auch zur sozialen Gerechtigkeit, dass jeder die Möglichekt hat, ein solches Ticket zu erwerben. Dieses Paket ist natürlich nur auf politischer Ebene auf den Weg zu bringen.

Wir schätzen die Wirkung sehr gut ein und alle Teilnehmer hatten ein gemeinsames Ziel vor Augen. Aus dem Flüchtlingsdialog werden sich verschiedene Arbeitsgruppen bilden um die Ergebnisse auch umzusetzen. Festgelegt wurde, dass man in etwa einem Jahr einen Bestand bzw. die Entwicklung betrachtet um zu sehen, ob sich Bereiche verändert haben oder ob an Dinge nochmal neu ausrichten muss.

Wie hoch schätzen Sie die in Ihrer Kommune entstandenen Kosten für Organisation und Durchführung der Flüchtlingsdialoge ein? (Beratungs- und Moderationskosten, Sachmittel etc.)

Stehen Aufwand und Ergebnis in einem guten Verhältnis?

Unsere entstandenen Kosten belaufen sich auf etwa 3.500 € für die Durchführung des Kommunalen Flüchtlingsdialogs, jedoch bewusst mit weniger Teilnehmern. Dieser Rahmen sollte jedoch von mal zu mal erweitert werden.

Der Aufwand und das Ergebnis stehen in diesem Fall in einem guten Verhältnis.

Jedoch um eine solche Veranstaltung regelmäßig durchzuführen, werden die Kosten für Kommunen auf Dauer zu hoch sein.

Was würden Sie beim nächsten Mal anders machen?

Welche Verbesserungsvorschläge haben Sie, insbesondere auch im Hinblick auf die Rahmenbedingungen?

Die Rahmenbedingungen sind sehr gut. Was jedoch förderlich wäre, ist das auch Sachmittel angerechnet werden können. Denn das ist oft ein größeres Problem.

Wichtig wäre noch, weitere Teilnehmer zu gewinnen und vielleicht nicht einen Abendtermin zu wählen, sondern eher einen Termin Richtung Wochenende.