Name der Stadt oder Gemeinde
Stadt Eppingen-> www.eppingen.de

Einwohnerzahl
ca. 21.800

Landkreis
Heilbronn

Regierungsbezirk
Stuttgart

Name und Adresse der Kontaktperson für den Kommunalen Flüchtlingsdialog:
Stadt Eppingen
Integrations- und Seniorenstelle
Andrea Schwanz
Marktplatz 1
75031 Eppingen

Telefon der Kontaktperson
07262/ 920-1240

E-Mail der Kontaktperson
a.schwanz@eppingen.de

Bitte beschreiben Sie kurz die Zielsetzung, das Format und die methodische Umsetzung des Flüchtlingsdialogs.

Durchführung am Freitag, 25.11.2016 von 14-18 Uhr

  • Dialogorientierter Ideenworkshop
  • Ziel, konkrete Ideen für die Gestaltung und Umsetzung einer Eppinger Ehrenamtsbörse zu entwickeln
  • Bearbeitung des Themas mit 2 Moderatoren in 8 Gruppen à 4-5 Teilnehmenden
  • Ideensammlung, -strukturierung, -auswertung und praktische Lösungsvorschläge wurden gefördert in einer Konkurrenzsituation der Gruppen mit und gegen die Zeit
  • gegenseitige Vorstellung und Diskussion der Ergebnisse
  • Dokumentation und Abfrage interessierter Teilnehmenden zu Folgetermin für konkretere Planungen.

Was war in Ihrer Kommune der konkrete Anlass für die Durchführung eines Flüchtlingsdialogs? Welche Ausgangssituation fanden Sie vor?

Der Arbeitskreis Asyl gestaltete in den vergangenen Monaten eine sehr gute Willkommenskultur für Flüchtlinge. Das Ehrenamt leistet dabei große Hilfestellungen, stößt aber auch immer wieder an die Grenze der Möglichkeiten, da mehr niederschwellige Hilfen angefragt als geboten werden. Gleichzeitig wollen sich Geflüchtete oder auch andere Personengruppen mit Ihren Erfahrungen und Kenntnissen gesellschaftlich einbringen, und benötigen Hilfestellungen, wie sie dies angehen können. Im Allgemeinen wird Ehrenamt in Eppingen in einer Vielzahl von Vereinen und Organisationen gelebt. Auch Menschen mit Behinderung und die wachsende Zahl von Senioren beleben ehrenamtliche Gruppen und suchen verstärkt gesellschaftliche Beteiligung.
Für Integration in Eppingen ist daher die Vernetzung des bürgerschaftlichen Engagements und örtlicher Akteure aus verschiedensten Lebensfeldern besonders wichtig. Eine übergreifende Koordination und Darstellung bereits vorhandener ehrenamtlicher Angebote/ offener Bedarfe und jeweilige Ansprechpartner können Integrationshilfen stärken und verbessern. Zur Förderung und Entwicklung einer gemeinsam getragenen, nachhaltigen Struktur soll daher eine Ehrenamtsbörse entstehen, die die Bürgerschaft einbezieht, einen einfachen Zugang und Überblick über Angebote und Gesuche verschafft, eine leichte Vernetzung untereinander ermöglicht und weitere Kontakte sowie Teilhabe fördert (Vermeidung von Doppelstrukturen).

Wer hat diese Aufgaben übernommen? Für welche Aufgaben haben Sie Beratungs- und Moderationsleistungen in Anspruch genommen?

Dr. Thomas Pfohl
Taten.Drang
Heidelberg

Hr. Danjiel Paric
Polis-Institut
Stuttgart

Beratungs- und Moderationsleistungen wurden zur Planung und methodischer, inhaltlicher Bearbeitung der Fragestellung "Ehrenamtsbörse" in Anspruch genommen, so dass ein effektiver und zielgerichteter Veranstaltungsablauf mit einem möglichst konkreten Ergebnis erfolgte.

Welche Themen wurden im Flüchtlingsdialog diskutiert und bearbeitet?

    Bearbeitung des Themas in 8 Gruppen anhand der Perspektiven von Flüchtlingen, Senioren, Menschen mit Behinderung und Jugendlichen sowohl als Nehmer von einer "Ehrenamtsbörse" als auch als Geber in eine "Ehrenamtsbörse" (jeweils Vertreter aus den Bereichen anwesend).

    • Inhalt: Was könnte die jeweilige Personengruppe in eine solche Ehrenamtsbörse einbringen bzw. was daraus abfragen?
    • Struktur: was wird benötigt, damit sich die Personen tatsächlich beteiligen bzw. was hemmt?
    • Sammlung von Lösungsvorschlägen bzgl. Rahmenbedingungen und Umsetzung.

    Bitte nennen Sie die Teilnehmergruppen und die Anzahl der Personen, die an dem Flüchtlingsdialog teilgenommen haben.

    Teilnahme von 35 Personen, darunter:

    • Arbeitskreis Asyl Eppingen und Geflüchtete, die in Eppingen wohnen
    • Ökumenische Flüchtlingshilfe Eppingen
    • Migrantenselbstorganisationen
    • Migrationsberatung
    • Kindergärten
    • Schulen
    • Kinder- und Jugendförderung Eppingen
    • Diakonisches Werk Eppingen
    • IAV-Stelle Eppingen
    • Kreisseniorenrat Heilbronn
    • Nachbarschaftshilfe Eppingen
    • freie Seniorengruppen aus Eppingen (z.B. PC-Treff)
    • Offene Hilfen gGmbH (für Menschen mit Behinderung)
    • Kirchen und religiöse Vereine in Eppingen (z.B. kathol. Kirche, türkisch-islamischer Verein, Jüdisches Leben)
    • Volkshochschule Eppingen
    • Stadt Eppingen
      Landratsamt Heilbronn (z.B. Altenhilfefachberatung, Kommunale Behindertenbeauftragte)
    • örtliche Vereine (z.B.Turnverein, Kolpingfamilie, Un-behindert miteinander leben, etc.)
      Bürgerschaft

    siehe auch Teilnehmerliste

    Wie zufrieden sind Sie mit dem Ablauf der Dialogveranstaltung(en)? (Format, Struktur, Moderation, Transparenz, fairer und respektvoller Umgang, Informationsmaterial etc.)

    Wie zufrieden sind Sie mit den Ergebnissen der Dialogveranstaltung(en)? (Diskussionsqualität, Erkenntnisse, Ergebnisse, anderer Mehrwert etc.)

    • Ablauf: war sehr gut, sowohl in der Vorbereitung  als auch am Tag der Veranstaltung selbst
    • Format: sehr positiv war die Bearbeitung des Themas ausgehend von der Basis (inhaltliche Fragen/ Versetzen in eine "reale" Person mit Bedarfen und Interessen) - hin zu den dafür benötigten Strukturen
    • Moderation: war inhaltlich und zeitlich passend;  durch Wettlauf mit und gegen die Zeit waren die einzelnen inhaltlichen Bausteine nicht zu lang und nicht zu kurz
    • Umgang untereinander: war sehr angenehm
    • Ergebnisse: mehrheitliche Sicht war auf einer Ebene; es wurden umfassendere Ideen und zu berücksichtigende Punkte gesammelt (ohne den Dialog wäre es nicht in diesem Umfang möglich gewesen), durch kreative Ansätze viele Lösungsvorschläge, die nun auf Realisierbarkeit geprüft werden können.

    Nennen Sie drei wichtige Ergebnisse bzw. konkrete Maßnahmen, die im Flüchtlingsdialog erarbeitet wurden.

    Wie schätzen Sie die Wirkung des Flüchtlingsdialogs ein: Werden die Ergebnisse des Flüchtlingsdialogs in Ihrer Kommune zu weiteren Handlungen bei Akteuren aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft führen? Welche konkreten Schritte wurden dazu vereinbart?

    Für die nachhaltige Umsetzung einer Ehrenamtsbörse ist einheitlich wichtig:

    • Struktur neben einer Internetplattform insbesondere anhand persönlichen Kontakts und Erreichbarkeit eines Ansprechpartners wichtig (1 Person, per Telefon und E-Mail zu festen Zeiten erreichbar)
    • Ansprechpartner in Räumlichkeit mit barrierefreiem Zugang
    • unkompliziertes Verfahren in der Vermittlung
    • Ehrenamtsbörse muss Wertschätzung/Anerkennung für Ehrenamt beinhalten, z.B. in   Form von Schulungsangeboten, Helferfesten etc.
    • persönliches Kennenlernen, Austausch und Vernetzung örtlicher Akteure untereinander, tlw. konnten Hemmungen abgebaut werden
    • Folgetermin mit weiter interessierten Teilnehmenden soll im neuen Frühjahr 2017 stattfinden zur weiteren Planung (Abfrage mit Kontaktdaten ist erfolgt).

    Wie hoch schätzen Sie die in Ihrer Kommune entstandenen Kosten für Organisation und Durchführung der Flüchtlingsdialoge ein? (Beratungs- und Moderationskosten, Sachmittel etc.)

    Stehen Aufwand und Ergebnis in einem guten Verhältnis?

    • die Kosten betragen insgesamt ca. 3.235 €
    • durch die Förderung der Landeszentrale konnte die Veranstaltung in diesem Rahmen ermöglicht und durchgeführt werden, da somit ca. 235 € auf Kosten der Stadt Eppingen finanziert werden müssen
    • dementsprechend stehen Aufwand und kurzfristiges Ergebnis mit der Entwicklung der Idee in einem guten Verhältnis -> mit der Förderung konnte der erste Schritt bearbeitet  werden, das Gesamtergebnis hängt längerfristig von der weiteren Entwicklung ab. 

    Was würden Sie beim nächsten Mal anders machen?

    Welche Verbesserungsvorschläge haben Sie, insbesondere auch im Hinblick auf die Rahmenbedingungen?

    • Inhaltlich unrealistische Ideen können besser eingegrenzt werden wenn vorab Rahmenvorgaben klarer definiert werden, sofern möglich
    • Gruppeneinteilung auf 6 Gruppen reduzieren, sofern möglich (inhaltlich waren bei unserem Thema mit den 4 verschiedenen Perspektiven 8 Gruppen sinnvoll, aber grds. wären vom Ablauf her weniger besser).