Name der Stadt oder Gemeinde
Stadtverwaltung Fellbach -> www.fellbach.de

Einwohnerzahl
ca. 45.000

Landkreis
Rems-Murr-Kreis

Regierungsbezirk
Stuttgart

Name und Adresse der Kontaktperson für den Kommunalen Flüchtlingsdialog:
Christine Hug
Stabsstelle Senioren, Integration und Inklusion
Marktplatz 1
70734 Fellbach

Telefon der Kontaktperson
0711 / 5851-268

E-Mail der Kontaktperson
asyl@fellbach.de

Bitte beschreiben Sie kurz die Zielsetzung, das Format und die methodische Umsetzung des Flüchtlingsdialogs.

Durchführung am Samstag, den 11.02.2017, 10.00 - 15.30 Uhr

Ziele: alle Beteiligten im Bereich der Flüchtlingsarbeit in Fellbach ins Gespräch miteinander zu bringen; weitere Ideen für die Integration von Flüchtlingen entwickeln; Ideen für einen Runden Tisch Fellbach generieren.
Es fand ein moderiertes Werkstattgespräch in fünf Themenbereichen statt.

Was war in Ihrer Kommune der konkrete Anlass für die Durchführung eines Flüchtlingsdialogs? Welche Ausgangssituation fanden Sie vor?

Anlass für die Durchführung des Kommunalen Flüchtlingsdialogs war die Feststellung, dass ehrenamtlich und hauptamtlich in der Flüchtlingsarbeit tätige Personen zu wenig voneinander wissen. Es haben sich z.T. Doppelstrukturen in der Unterstützung von Flüchtlingen entwickelt, weil man nicht miteinander kommuniziert. Da die ehrenamtlich sowie hauptamtlich vorhandenen Ressourcen endlich sind, sind Doppelstrukturen unbedingt zu vermeiden.

Wer hat diese Aufgaben übernommen? Für welche Aufgaben haben Sie Beratungs- und Moderationsleistungen in Anspruch genommen?

Polis-Institut: Danijel Paric (Stuttgart) und
Taten.Drang: Dr. Thomas Pfohl (Heidelberg)
Die beiden Moderatoren haben zunächst verschiedene Gespräche mit der Stadtverwaltung geführt, um die Ziele, die Zielgruppen und die methodische Vorgehensweise abzustimmen. Außerdem wurde ein Vorgespräch mit Vertretern des Freundeskreises (= ehrenamtlich Tätige) geführt, um die (ggf. unterschiedlichen) Erwartungen, Ziele und Zielgruppen im Vorfeld abzustimmen. Moderiert wurde das Werkstattgespräch am 11.02.2017 durch das Moderatorenteam; die beiden Moderatoren haben auch eine Dokumentation mit den wichtigsten Ergebnissen erstellt.

Welche Themen wurden im Flüchtlingsdialog diskutiert und bearbeitet?

Wohnen; Sprache; Aus-, Weiterbildung und Arbeit; Kultur, Freizeit, Vereine; Ehrenamt gewinnen und halten.

Außerdem wurde über die Einrichtung eines "Runden Tisches" gesprochen, der in Zukunft auf Einladung der Stadtverwaltung (OB) stattfinden soll, um voneinander zu erfahren, gute Strukturen für eine gelingende Zusammenarbeit zu entwickeln und die beim Dialog entwickelten Ideen umzusetzen.

Bitte nennen Sie die Teilnehmergruppen und die Anzahl der Personen, die an dem Flüchtlingsdialog teilgenommen haben.

Angemeldet waren 68 Personen; teilgenommen haben 62 Personen.
Teilnehmergruppen: Stadtverwaltung (OB, EBM, Flüchtlingskoordination, BfD Flüchtlinge, Gebäudemanagement, wegweisende Beratung für Flüchtlinge und Ehrenamtliche, Gleichstellungsstelle), Gemeinderäte/Integrationsbeiräte, Ehrenamtliche des Freundeskreises, Ehrenamtliche aus städtischen Integrationsprojekten, kirchlich engagierte Ehrenamtliche, Flüchtlinge mit guten Deutschkenntnissen, Vertreter Jugendhaus, Kreisjugendamt, Landratsamt (Sozialarbeit in GU), IBA-Team

Wie zufrieden sind Sie mit dem Ablauf der Dialogveranstaltung(en)? (Format, Struktur, Moderation, Transparenz, fairer und respektvoller Umgang, Informationsmaterial etc.)

Wie zufrieden sind Sie mit den Ergebnissen der Dialogveranstaltung(en)? (Diskussionsqualität, Erkenntnisse, Ergebnisse, anderer Mehrwert etc.)

Ich bin sehr zufrieden mit dem Ablauf - ich denke  dass das Format für Fellbach gepasst hat - auch die Zieldefinition (wir kommen im Workshop miteinander ins Gespräch, um zum einen Ideen für eine gute Integration von Flüchtlingen zu entwickeln und zum anderen die weitere Zusammenarbeit und Umsetzung der Ideen in den Blick zu nehmen) hat gepasst. Die Teilnehmenden waren sehr zufrieden mit dem Verlauf und haben (bis auf eine Ausnahme) zu einem fairen und respektvollen Umgang gefunden.
Es war sehr gut, dass wir den Kommunalen Flüchtlingsdialog durchgeführt haben, denn es war für die weitere Integration der Flüchtlinge wichtig, dass die verschiedenen Akteure in der Flüchtlingsarbeit sich miteinander austauschen.
Die Ergebnisse sind gut zu verwenden - auch wenn die "Wunschliste" an die Stadtverwaltung, z.B. hier und da eine weitere Stelle für Verantwortliche zu schaffen, lang geworden ist.

Nennen Sie drei wichtige Ergebnisse bzw. konkrete Maßnahmen, die im Flüchtlingsdialog erarbeitet wurden.

Wie schätzen Sie die Wirkung des Flüchtlingsdialogs ein: Werden die Ergebnisse des Flüchtlingsdialogs in Ihrer Kommune zu weiteren Handlungen bei Akteuren aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft führen? Welche konkreten Schritte wurden dazu vereinbart?

Zeitnah soll ein Runder Tisch "Flüchtlinge in Fellbach" unter Leitung der OB gegründet werden. Da davon auszugehen ist, dass die Teilnehmendenzahl hoch sein wird, weil es viele unterschiedliche Akteure gibt, wird zur Geschäftsführung dieses Runden Tisches eine "Lenkungs-/Steuerungsgruppe" eingesetzt. Diese soll den Runden Tisch inhaltlich vor- und nachbereiten. Aus den Besprechungen des Runden Tisches können sich inhaltlich bezogene Arbeitsgruppen zur Umsetzung von Ideen und Maßnahmen ergeben.Darüber hinaus wurden in allen fünf Arbeitsgruppen jeweils drei zentrale Ideen erarbeitet, mit denen sich der Runde Tische bzw. neu zu gründende Arbeitsgruppen nach und nach zur Umsetzung beschäftigen muss.Beispiele (genannt wird aus jeder Arbeitsgruppe die wichtigste von drei erarbeiteten Ideen):Wohnen: keine Brennpunkte schaffen; Sprache: hauptamtliche Koordinationsstelle für ehrenamtlichen Sprachunterricht und professionelle Sprachkursangebote; Bildung / Arbeit: potentielle Arbeitgeber sollen bessere Unterstützung erhalten; Kultur/Freizeit/Vereine: zentrales Infosystem über Angebote und Bedarfe bei der Stadt; Ehrenamt: bessere Projektstruktur schaffen zur Vermeidung von Doppelstrukturen.Ich bin sicher, dass der begonnene Dialog fortgesetzt wird (s.o. Runder Tisch) und dass die gefundenen Maßnahmen (zumindest in Teilen) umgesetzt werden.

Wie hoch schätzen Sie die in Ihrer Kommune entstandenen Kosten für Organisation und Durchführung der Flüchtlingsdialoge ein? (Beratungs- und Moderationskosten, Sachmittel etc.)

Stehen Aufwand und Ergebnis in einem guten Verhältnis?

Für den Flüchtlingsdialog sind (neben einigen nicht bezifferbaren "Eh-Da-Kosten") Kosten in Höhe von ca. 6.000 € entstanden. Neben den Kosten für die Moderation sind insbesondere Kosten für eine gute Bewirtung sowie für die Arbeitsmaterialien entstanden. Da für den Flüchtlingsdialog eine Kostenerstattung von 5.000 € (= Kosten für Moderation) von der Landeszentrale für Politische Bildung zugesagt wurde, halten sich Kosten und Ergebnis des Kommunalen Flüchtlingsdialoges meiner Einschätzung nach in einem guten Verhältnis.
Der schon lange notwendige Dialog hat unter professioneller Begleitung einen guten Start gefunden.

Was würden Sie beim nächsten Mal anders machen?

Welche Verbesserungsvorschläge haben Sie, insbesondere auch im Hinblick auf die Rahmenbedingungen?

Ich würde den Kommunalen Flüchtlingsdialog wieder genau so durchführen. Die Zielbeschreibung und die Durchführung haben für Fellbach gepasst. Besonders gut scheint mir, dass wir entgegen der ursprünglichen Planung nicht nur 40 Teilnehmende zugelassen haben, sondern allen Interessierten, die sich angemeldet haben, die Teilnahme ermöglichten. Dies war mit etwas mehr Aufwand für die Moderation verbunden; auch mussten die örtlichen Rahmenbedingungen an die erhöhte Zahl angepasst werden. Ich bin jedoch überzeugt, dass die hohe Akzeptanz der Durchführung und der Ergebnisse auch daher kommt, dass alle teilnehmen konnten.