Name der Stadt oder Gemeinde
Stadtverwaltung Hemsbach->  www.hemsbach.de

Einwohnerzahl
12.363

Landkreis
Rhein-Neckar-Kreis

Regierungsbezirk
Karlsruhe

Name und Adresse der Kontaktperson für den Kommunalen Flüchtlingsdialog:
Stadtverwaltung Hemsbach
Ordnungsamt - Herr Pohl
Schloßgasse 41, 69502 Hemsbach

Telefon der Kontaktperson
06201-707-90

E-Mail der Kontaktperson
ordnungsamt@hemsbach.de

Bitte beschreiben Sie kurz die Zielsetzung, das Format und die methodische Umsetzung des Flüchtlingsdialogs.

Durchführung am 29. Oktober 2016, 10:00 bis 17:00 Uhr

Fragestellung war: Wie kann ich die Flüchtlingsarbeit in Hemsbach verbessern.
In offener Gesamtgruppe wurden die Aspekte zusammengetragen und in Einzelgruppen evaluiert und weiterentwickelt.

Was war in Ihrer Kommune der konkrete Anlass für die Durchführung eines Flüchtlingsdialogs? Welche Ausgangssituation fanden Sie vor?

Aufgrund erheblicher Zuweisung von Flüchtlingen in die vorläufige Unterbringung drohte eine Überforderung des Bürgerschaftlichen IntegrationsProjektes. Eine Neustrukturierung und Festlegung von Prioritäten im Bereich der ehrenamtlichen Helfer war erforderlich. Start mit 60 Flüchtlingen und 100 Ehrenamtlichen. Zuweisung von 250 weiteren Flüchtlingen in zwei Monaten.

Wer hat diese Aufgaben übernommen? Für welche Aufgaben haben Sie Beratungs- und Moderationsleistungen in Anspruch genommen?

Fa. Tatendrang und Polis Institut
Dr. Thomas Pfohl
Rohrbacher Straße 23
69115 Heidelberg
Organisatorische Vorbereitung nach Absprache des Arbeitszieles.
Erhebung einer Ist-Analyse als Ausgangsbasis.
Moderation eines dialogorientierten Ideenworkshops. Moderation der Evaluierungsleistungen und Dokumentation der Inhalte und Arbeitsergebnisse.

Welche Themen wurden im Flüchtlingsdialog diskutiert und bearbeitet?

Wohnen, Vereinsleben, Arbeit und Koordination.

Dabei wurden besonders die Akteuere im Flüchtlingsdialog benannt und in ihre künftige Rolle eingewiesen. Umfang der Dialogbeteiligten wurde vervollständigt und die Weiterarbeit und Koordination der Beteiligung geplant.

Bitte nennen Sie die Teilnehmergruppen und die Anzahl der Personen, die an dem Flüchtlingsdialog teilgenommen haben.

21 Personen insgesamt.
Bürgerschaftliches IntegrationsProjekt, Kulturprojekt Matchbox/Metropolregion, Evangelische Freikirche, Katholische Kirche, Evangelische Kirche, Bund für Umwelt- und Naturschutz, Hausaufgabenhilfe, Stadtverwaltung.

Wie zufrieden sind Sie mit dem Ablauf der Dialogveranstaltung(en)? (Format, Struktur, Moderation, Transparenz, fairer und respektvoller Umgang, Informationsmaterial etc.)

Wie zufrieden sind Sie mit den Ergebnissen der Dialogveranstaltung(en)? (Diskussionsqualität, Erkenntnisse, Ergebnisse, anderer Mehrwert etc.)

Die verschiedenen Arbeitsmethoden - beginnend mit einer Analyse und besonders dem Einfluß jeden Teilnehmers auf die Prüfung und Bewertung der Ergebnisse brachte ein Gefühl gegenseitiger Wertschätzung und dem Respekt vor den bereits erbrachten Leisungen. Die Teilnehmer waren nach kurzer Zeit sehr motiviert. Das Format und die Struktur waren durch die Moderatoren von außergewöhnlicher Qualität. Auch die Fortführung der Arbeitsprozesse in den Pausen. Es wurde von indischen Flüchtlingen gekocht und von afrikanischen Flüchtlingen bewirtet. In der Mittagszeit waren alle anwesend. Die Flüchtlinge waren an den ersten Arbeitsergebnissen sehr interessiert und haben auch aktiv Einfluß auf die Analyse genommen. Der Kontakt war für alle sehr aufschlussreich.
Die Diskussionsqualität war sehr hoch. Respekt gegenüber dem Anderen war jederzeit vorhanden. Auch einem Teilnehmer welcher eine Bürgergruppe vertrat welche sich gegen den Bau einer Asylbewerberunterkunf für die Anschlussunterbringung wendet. Die hohe Qualität und der positive gegenseitige Umfang lies schnell eine homogene Gruppe entstehen. Die Teilnehmer sind sehr motiviert aus dem Dialog gegangen. Ein erheblicher Mehrwert konnte durch die gewonnenen neuen Erkenntnisse erreicht werden. Wir werden auf jeden Fall schon in Kürze mit einem Ehrenamtskoordinator - die ersten Arbeitsergebnisse weiterführen. 

Nennen Sie drei wichtige Ergebnisse bzw. konkrete Maßnahmen, die im Flüchtlingsdialog erarbeitet wurden.

Wie schätzen Sie die Wirkung des Flüchtlingsdialogs ein: Werden die Ergebnisse des Flüchtlingsdialogs in Ihrer Kommune zu weiteren Handlungen bei Akteuren aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft führen? Welche konkreten Schritte wurden dazu vereinbart?

  • Organisation und Einrichtung eines "Flüchtlingsgartens" - Urban Gardening.
  • Einrichtung einer Stelle Flüchtlingskoordinator bei der Verwaltung und zusätzliche Einrichtung einer Flüchtlingsbetreuerin (Flüchtlingscoaching).
  • Einrichtung regelmässiger Treffen mit den Akteuren vor Ort unter Koordination eines Flüchtlingskoordinators.

Die Ergebnisse wurden auch den Entscheidungsgremien zur Kenntnis gebracht. Der Stellenwert der ehrenamtlichen Flüchtlingsbetreuung wurde nachhaltig anerkannt. Die Schaffung zweier neuer Stellen innerhalb der Verwaltung beweisen dies. Ferner wurde die Einrichtung einer Supervision für überbeanspruchte ehrenamtliche Helfer eingerichtet.  In den Prozess des Baues einer Flüchtlingsunterkunft für die Anschlussunterbringung werden die Akteure nun mit einbezogen. Die Bereitstellung von Räumen für die weitere Vernetzung der Akteure wurde zugesagt.  

Wie hoch schätzen Sie die in Ihrer Kommune entstandenen Kosten für Organisation und Durchführung der Flüchtlingsdialoge ein? (Beratungs- und Moderationskosten, Sachmittel etc.)

Stehen Aufwand und Ergebnis in einem guten Verhältnis?

Die Räume haben wir kostenfrei bereitgestellt. Es ergibt sich folgender Aufwand:
Räume: 100 Euro (incl. Hausmeisterleistungen, Strom, Heizung).
Kochen: 259,38 Euro (incl. kleiner Entschädigung der indischen Köche, Lebensmitteleinkauf, Küchennutzung etc.)
Sachmittel: 123 Euro (Metaplan, Haftnotizen, Magnete, Stifte, kleines Präsent für die Teilnehmer)
Moderation: 3.000 Euro
Gesamtkosten: 3.482,38 Euro.
Aufwand und Kosten stehen in einem absolut guten Verhältnis zum Ergebnis!
Wir hatten ein Moderationsangebot von 3.400 Euro - ohne Dokumentation!

Was würden Sie beim nächsten Mal anders machen?

Welche Verbesserungsvorschläge haben Sie, insbesondere auch im Hinblick auf die Rahmenbedingungen?

Wir würden im jetzigen Stadium der Integrationsleistung - direkt Flüchtlinge am Dialog beteiligen.
Die Wahl des Ratssaales als Veranstaltungsort war genial - dies vermittelte den Teilnehmern eine hohe Wertschätzung.
Verbesserungsvorschläge für die Rahmenbedingungen haben wir konkret nicht.
Die gute Vorplanung war der Schlüssel zum Erfolg.