Name der Stadt oder Gemeinde:
Landkreis Konstanz -> www.lrakn.de

Einwohnerzahl:
280.288

Landkreis:
Konstanz

Regierungsbezirk:
Regierungsbezirk Freiburg

Name und Adresse der Kontaktperson für den Kommunalen Flüchtlingsdialog:
Barbara Singler
Integrationsbeauftragte Landkreis Konstanz
Benediktinerplatz 1
78467 Konstanz

Telefon der Kontaktperson:
07531 - 800 1178

E-Mail der Kontaktperson:
barbara.singler@lrakn.de

Bitte beschreiben Sie kurz die Zielsetzung, das Format und die methodische Umsetzung des Flüchtlingsdialogs.

Durchführung am: 24.06.2017 von 9:30 - 14:00 Uhr

Zielsetzung:
Partizipation verschiedener Zielgruppen (Hauptamtliche, Ehrenamtliche, migrantische Organisationen, Geflüchtete) an der Erstellung des Integrationskonzepts des Landkreises + gemeinschaftliche Erarbeitung von konkreten Zielen in den Handlungsfeldern und Querschnittsthemen des Integrationskonzepts

Format und methodische Umsetzung:
große Dialogveranstaltung mit partizipativen und interaktiven Methoden (Powerpoint-Präsentation, Soziogramm, Diskussion in Murmelgruppen, Online-Voting, Gruppenarbeit an Plakaten, Feedbackrunde)

Was war in Ihrer Kommune der konkrete Anlass für die Durchführung eines Flüchtlingsdialogs? Welche Ausgangssituation fanden Sie vor?

Anlass: Partizipativer Prozess zur Erstellung eines Integrationskonzepts für den Landkreis Konstanz

Ausgangssituation:
bereits verabschiedetes Rahmenkonzept zur Integration von Flüchtlingen soll für alle Migranten und Migrantinnen erweitert und um zusätzliche Handlungsfelder und Querschnittsthemen ergänzt werden; Integrationsziele sollen gemeinschaftlich von den relevanten Akteuren und Akteurinnen im Bereich Integration erarbeitet werden

Wer hat diese Aufgaben übernommen? Für welche Aufgaben haben Sie Beratungs- und Moderationsleistungen in Anspruch genommen?

Hanna Kaspar
translake GmbH Konstanz
www.translake.org

Beratungs- und Moderationsleistungen:

  • Erarbeitung des Veranstaltungskonzepts mit einer Spurgruppe (verschiedene Zielgruppen wurden bereits in die Konzeption mit einbezogen)
  • Beratung bezüglich Methoden und Inhalten
  • Ablaufplanung in enger Abstimmung mit Landratsamt
  • Moderation der Veranstaltung
  • Dokumentation der Veranstaltung

Welche Themen wurden im Flüchtlingsdialog diskutiert und bearbeitet?

Erarbeitung von Integrationszielen in den Handlungsfeldern (Sprache, Arbeit, Bildung, Gesundheit, Wohnen, Kultur und Freizeit) und den Querschnittsthemen (Beteiligung von Migranten und Migrantinnen, Ehrenamtliches Engagement, Zusammenarbeit Landkreis und Städte und Gemeinden, Interkulturelle Öffnung der Verwaltung, Antidiskriminierung) des Integrationskonzepts

    Bitte nennen Sie die Teilnehmergruppen und die Anzahl der Personen, die an dem Flüchtlingsdialog teilgenommen haben.

    Hauptamtliche aus verschiedenen Bereichen (verschiedene Ämter des Landratsamts, Wohlfahrtsverbände, Jobcenter, Agentur für Arbeit, Handwerkskammer, Aids-Hilfe, Kompetenzzentrum Psychotraumatologie, Schulsozialarbeit, Sprachkursträger, etc.), Vertreter und Vertreterinnen der kreisangehörigen Städte und Gemeinden (BürgermeisterInnen, kommunale Flüchtlings- und Integrationsbeauftragte, sonstige VertreterInnen), Kreistragsabgeordnete, Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit, Vertreter und Vertreterinnen von migrantischen Organisationen, Migranten und Migrantinnen, Geflüchtete

    Insgesamt: 100 Teilnehmer und Teilnehmerinnen

    Wie zufrieden sind Sie mit dem Ablauf der Dialogveranstaltung(en)? (Format, Struktur, Moderation, Transparenz, fairer und respektvoller Umgang, Informationsmaterial etc.)

    Mit dem Ablauf der Dialogveranstaltung sind wir sehr zufrieden. Das Format hat sich als sehr geeignet erwiesen, um verschiedene Zielgruppen miteinzubeziehen und ihnen zu ermöglichen sich an der Erstellung des Integrationskonzeptes zu beteiligen. Die professionelle Moderation strukturierte die Veranstaltung und ermöglichte die Erreichung der gesetzten Ziele.
    Der Dialog und die gemeinsame Erarbeitung von Integrationszielen war geprägt von einem fairen und respektvollen Umgang und einem großen Engagement und Interesse aller Beteiligten.


    Wie zufrieden sind Sie mit den Ergebnissen der Dialogveranstaltung(en)? (Diskussionsqualität, Erkenntnisse, Ergebnisse, anderer Mehrwert etc.)

    Mit den Ergebnissen der Dialogveranstaltung sind wir sehr zufrieden. Die erarbeiteten Ziele in den unterschiedlichen Bereichen stellen eine wichtige Grundlage für das Integrationskonzept des Landkreises dar und wurden im Anschluss an die Dialogveranstaltung in die Netzwerke des Amts für Migration und Integration eingebracht. Die Ergebnisse der Dialogveranstaltung stellen somit einen großen Mehrwert für die integrative Arbeit im Landkreis dar.

    Nennen Sie drei wichtige Ergebnisse bzw. konkrete Maßnahmen, die im Flüchtlingsdialog erarbeitet wurden.

    Wie schätzen Sie die Wirkung des Flüchtlingsdialogs ein: Werden die Ergebnisse des Flüchtlingsdialogs in Ihrer Kommune zu weiteren Handlungen bei Akteuren aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft führen? Welche konkreten Schritte wurden dazu vereinbart?

    Die gesamten Ergebnisse des Dialogveranstaltung können in der Dokumentation anbei eingesehen werden.

    Wirkung der Dialogveranstaltung:

    1. Kooperationsbereitschaft und Wille zur tatsächlichen Bereitschaft für Beteiligung konnte Ausdruck verliehen werden
    2. Austausch und aufrichtiger Dialog zwischen verschiedenen Zielgruppen konnte ermöglicht werden
    3. gemeinsame Integrationsziele wurden erarbeitet, welche in das Integrationskonzept des Landkreises einfließen sollen und somit dieses von Anfang an mit Leben füllen sollen

    Weiterarbeit mit den Ergebnissen:
    Die erarbeiteten Integrationsziele wurden in die bereits existierenden den Netzwerke im Amt für Migration und Integration des Landratsamts Konstanz eingebracht. Dort wurden die Ergebnisse noch einmal beleuchtet, die Möglichkeit zur Ergänzung der Ziele eröffnet und mögliche Maßnahmen entwickelt.
    Im weiteren Prozess werden die Ergebnisse als Teile des Integrationskonzepts auch in den Kreistag gebracht werden.

    Wie hoch schätzen Sie die in Ihrer Kommune entstandenen Kosten für Organisation und Durchführung der Flüchtlingsdialoge ein? (Beratungs- und Moderationskosten, Sachmittel etc.)

    Stehen Aufwand und Ergebnis in einem guten Verhältnis?

    Gesamtkosten ca. 10.000 € (5.000 € für Beratung und Moderation, 5.000 € für Räumlichkeit und Technik, Catering, Übersetzungen, Dolmetscher, Druck von Flyern und Material)
    Die Ausgaben und der Aufwand für die Veranstaltung haben sich aufgrund der guten Ergebnisse und der wichtigen Wirkung dieser Dialogveranstaltung auf alle beteiligten Akteure und Akteurinnen durchaus gelohnt.

    Was würden Sie beim nächsten Mal anders machen?

    Welche Verbesserungsvorschläge haben Sie, insbesondere auch im Hinblick auf die Rahmenbedingungen?

    Empfehlungen:

    • Terminwahl gut überdenken, wenn möglich keinen Samstag im Sommer (allerdings bei gemischter Zielgruppe nur Wochenendtermin möglich)
    • wenn möglich längere Vorlaufzeit zur Planung der Veranstaltung (4 Monate ist das absolute Minimum)

    Verbesserungsvorschläge:

    • Förderung nicht nur für externe Beratung und Moderation, sondern auch für Sachkosten, Honorare etc. Zusätzliche Kosten bei professioneller Veranstaltung sind sehr hoch (Raum, Catering, Übersetzungs- und Dolmetscherkosten, Material, Druck von Flyern etc.).