Name der Stadt oder Gemeinde
Stadt Leimen-> www.leimen.de

Einwohnerzahl
27.000

Landkreis
Rhein-Neckar-Kreis

Regierungsbezirk
Karlsruhe

Name und Adresse der Kontaktperson für den Kommunalen Flüchtlingsdialog:
Birgit Zeitler
Flüchtlingsbeauftragte
Rathausstr. 1-3
69181 Leimen

Telefon der Kontaktperson
06224 704 315

E-Mail der Kontaktperson
birgit.zeitler@leimen.de

Bitte beschreiben Sie kurz die Zielsetzung, das Format und die methodische Umsetzung des Flüchtlingsdialogs.

Durchführung am 14.01.2017, Nachbesprechung 07.02.2017

Das Ziel des KFD war das Thema Integration anzudiskutieren und  dazu Ideen zu entwickeln. Die Umsetzung erfolgte in einem moderierten Ideen Workshop durch Bildung von Teams, die je nach ihrer speziefischen Sichtweise sich den Thema näherten und Ideen ausgearbeitet haben. Durch strikte zeitliche Vorgaben wurde konstruktiv an Ideen gearbeitet.

Was war in Ihrer Kommune der konkrete Anlass für die Durchführung eines Flüchtlingsdialogs? Welche Ausgangssituation fanden Sie vor?

Die Stadt Leimen hatte seit November 15 Gemeinschaftunterkünfte vom Landkreis auf ihrer Gemarkung zeitweise mit über 800 Geflüchteten. Durch diese Tatsache konzentrierte sich die Arbeit der Flüchtlingshilfe auf diese GUK. Seit Ende 2016 hat sich die Situation geändert, Leimen hat nun ca. 400 Menschen in der GUK und 200 Geflüchtete in der AU bzw. durch privaten Zuzug. Im Laufe 2017 kommen nochmals mindestens 180 Personen durch die Quote dazu. Auf Grund dieser geänderten Rahmenbedingungen muss sich die Arbeit weg von Soforthilfemaßnahmen in Integrationsmaßnahmen wandeln. Um diesen Wandeln einzuleiten, wurde beschlossen einen KFD durchzuführen.

Wer hat diese Aufgaben übernommen? Für welche Aufgaben haben Sie Beratungs- und Moderationsleistungen in Anspruch genommen?

Externe Moderation durch Herrn Dr. Thomas Pfohl, Taten.Drang, Rohrbacher Str. 23, 69115 Heidelberg
Absprachen im Vorfeld über die Art der Durchführung des Workshops, Festlegung der Ziele, Briefing über die Situation in Leimen und die einzelnen Akteure, Anreissen der Spannungsfelder zwischen Stadt und der Flüchtlingshilfe im Speziellen. Vorbereitung und Moderation des Workshops, Dokumentation während des workshops und Aufbereitung der Ergebnisse, Nachbesprechung was lief gut was nicht so.

Welche Themen wurden im Flüchtlingsdialog diskutiert und bearbeitet?

Integration der Geflüchteten

Bitte nennen Sie die Teilnehmergruppen und die Anzahl der Personen, die an dem Flüchtlingsdialog teilgenommen haben.

Vertreter von Flüchtlingshilfe, Gesangsverein (als Vereinsvertreter) Kirche, bürgerschaftlichen Engagement, Agenda, Musikschule, AWO (Tafel), kfd, Stadt Leimen, Vertreter Flüchtlinge
Anzahl 20 Personen

Wie zufrieden sind Sie mit dem Ablauf der Dialogveranstaltung(en)? (Format, Struktur, Moderation, Transparenz, fairer und respektvoller Umgang, Informationsmaterial etc.)

Wie zufrieden sind Sie mit den Ergebnissen der Dialogveranstaltung(en)? (Diskussionsqualität, Erkenntnisse, Ergebnisse, anderer Mehrwert etc.)

Die Struktur und das Format wie der workshop durchgeführt wurde, waren passend. Das strikte Zeitmanagement verhalf zu einem konzentrierten Arbeiten, auch wenn nicht alle Teilnehmer dieses Zeitmanagement positiv fanden. Da das Ziel des Workshops war Ideen zu finden, war dies allerdings die beste Methode. Im Falle eines nicht so strikt vorgegebenen Zeitrahmens, wäre die Gruppe in Diskussionen verfallen, ohne notwendigerweise zu einem Ergebnis zu kommen. Dies wurde gegen Ende des workshops deutlich, als bei der Vorstellung der Gruppenarbeit kein Zeitlimit mehr eingehalten wurde und es somit zu Diskussionen kam, die zum Teil nicht mehr fair und respektvoll waren. Es fehlte zu diesem Zeitpunkt die Führung der Gruppe durch den Moderator und vor allem der hinweis, es handelt sich um Ideen und nicht jede Idee ist eins zu eins umsetzbar. Dadurch ging man mit einem unguten Gefühl nach Hause und nicht mit dem Gefühl tatsächlich etwas geschafft zu haben. Dabei waren die Ergebnisse sehr gut, eines wird direkt verwirklicht (Kinderfest), beim zweiten gibt es bereits weitere Diskussionen und auch Aktionen (Vereine) und die beiden anderen werden auch weiter diskutiert, aber man ist sich im Klaren, dass es an den Räumlichkeiten diese umzusetzen fehlt. Mit einigem zeitlichen Abstand wird allen Beteiligten klar, dass der Workshop sehr gut war.

Nennen Sie drei wichtige Ergebnisse bzw. konkrete Maßnahmen, die im Flüchtlingsdialog erarbeitet wurden.

Wie schätzen Sie die Wirkung des Flüchtlingsdialogs ein: Werden die Ergebnisse des Flüchtlingsdialogs in Ihrer Kommune zu weiteren Handlungen bei Akteuren aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft führen? Welche konkreten Schritte wurden dazu vereinbart?

Ergebnisse: siehe Dokumentation 

  • Internationales Kinderfest ist in Planung für diesen Sommer
  • Ein Ansprechpartner für Vereine ist angedacht von Seiten der Stadt, FLB stellt das Thema Integration auf einer Informationsveranstaltung für Vereine vor
  • Flüvchtlingshilfe plant sich neu aufzustellen, einen Verein zu gründen, strukturierter zu arbeiten und sich verstärkt mit den Geflüchteten in der Anschlussunterbringung zu arbeiten.
  • die anderen im KFD erarbeitenten Vorschläge sind zum Teil Visionen, allerdings soll auch hieran weitergearbeitet werden.

Auf Grund dieser erarbeiteten Ideen ist zumindest in Richtung Integration ein kleiner Schritt unternommen worden, das geplante Kinderfest ist ein konkretes Ereignis, welches mögliche Hemmschwellen auf beiden Seiten abbauen helfen soll. Es war wichtig einen Anstoß zu geben und den Dialog zu starten, allerdings muss dieser Dialog dauerhaft fortgesetzt werden. Eine Nachbesprechung gab es bereits, in der die geplanten Maßnahmen weiter konkretisiert wurden.

Wie hoch schätzen Sie die in Ihrer Kommune entstandenen Kosten für Organisation und Durchführung der Flüchtlingsdialoge ein? (Beratungs- und Moderationskosten, Sachmittel etc.)

Stehen Aufwand und Ergebnis in einem guten Verhältnis?

Kosten: Ausgaben ergaben sich in Höhe von 3.107,26€,  dazu kamen noch die Räumlichkeiten, die von der Stadt kostenlos zur Verfügung gestellt wurden und der zeitlicher Aufwand; Gesamtkosten ca. 4.000€
Der Dialog wurde von allen Beteiligten als sehr sinnvoll eingeschätzt, vor allem, da eine Idee direkt umgesetzt werden kann. Mit kleinen Abstrichen kann man sagen, dass Aufwand und Ergebnis in einem guten Verhältnis standen.

Was würden Sie beim nächsten Mal anders machen?

Welche Verbesserungsvorschläge haben Sie, insbesondere auch im Hinblick auf die Rahmenbedingungen?

Der Zeitrahmen, die Räumlichkeiten und die Art der Durchführung des Workshops würden bei einer Wiederholung nicht geändert werden. Ein wenig enttäuschend war, dass von 40 Personen, die eingeladen waren, um ein möglichst breites Spektrum an Beteiligten abzudecken, nur die Hälfte zusagte. Damit waren die ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer stark in der Überzahl. Das kann bedeuten, dass das Thema Integration in den Organisationen, die nicht täglich damit befasst sind (noch) nicht als so wichtig angesehen wird oder dass die bisher durchgeführten Massnahmen ausreichend scheinen.
Um ein Entgleiten am Ende Workshops zu verhindern, müsste ein noch genaueres Briefing des Moderators stattfinden. Es war dieses Mal bewußt darauf verzichtet worden, um nicht zu viel Einfluß von Seiten der organisierenden Stelle zu nehmen.