Name der Stadt oder Gemeinde
Stadt Nürtingen-> www.nuertingen.de

Einwohnerzahl
41.000

Landkreis
Esslingen

Regierungsbezirk
Stuttgart

Name und Adresse der Kontaktperson für den Kommunalen Flüchtlingsdialog:
Sven Singler
Marktstraße 7
72622 Nürtingen

Telefon der Kontaktperson
07022 75-366

E-Mail der Kontaktperson
s.singler@nuertingen.de

Bitte beschreiben Sie kurz die Zielsetzung, das Format und die methodische Umsetzung des Flüchtlingsdialogs.

Durchführung am 14.10.2016

Durchgeführt wurde ein Workshop zur Entwicklung neuer Impulse für das weitere Zusammenleben mit den geflüchteten Menschen in Nürtingen, speziell auf den Stadtteil Roßdorf bezogen, in dem in Kürze 40 Personen in einer neu errichteten Unterbringung leben werden. Dazu wurde ein dialogorientierter Ideenworkshop mit projektbezogenem Umsetzungsfokus durchgeführt.

Was war in Ihrer Kommune der konkrete Anlass für die Durchführung eines Flüchtlingsdialogs? Welche Ausgangssituation fanden Sie vor?

Gerade im Stadtteil Roßdorf wurde die Planung für die Unterbringung der Geflüchteten mit sehr viel negativen Äußerungen und auch Drohungen begleitet. Diese Situation sollte nicht alleine stehen, wir wollen positive Signale setzen und die positiven Stimmen im Stadtteil stärken, sowie Handlungsmöglichkeiten für eine gelingende gemeinsame Zukunft aufzeigen.

Wer hat diese Aufgaben übernommen? Für welche Aufgaben haben Sie Beratungs- und Moderationsleistungen in Anspruch genommen?

Die Moderation und eine intensive Vorbereitung des Workshops hat die Firma  www.taten-drang.net übernommen. Sie übernahmen die Planung, Durchführung, Moderation und Dokumentation.

Welche Themen wurden im Flüchtlingsdialog diskutiert und bearbeitet?

  • Perspektive eines Flüchtlings.
  • Perspektive der dort lebenden Aufnahmegesellschaft - in verschiedenen Rollen.
  • Handlungsmöglichkeiten zur positiven Entwicklung (z.B. Patenschaften, Quartiersmanagement, interkulturelles Fest...).

Bitte nennen Sie die Teilnehmergruppen und die Anzahl der Personen, die an dem Flüchtlingsdialog teilgenommen haben.

Es haben 25 Personen beim Workshop mitgearbeitet. Diese waren teilweise Bewohner des Roßdorf aber auch Funktionsträger. Die Bevölkerungsschicht war in erster Linie aus dem bürgerlichen Spektrum. Bei der Präsentation im Anschluss waren ca. 10 Personen aus dem Stadtteil anwesend, darunter auch sehr kritische Bürger. 

Wie zufrieden sind Sie mit dem Ablauf der Dialogveranstal tung(en)? (Format, Struktur, Moderation, Transparenz, fairer und respektvoller Umgang, Informationsmaterial etc.)

Wie zufrieden sind Sie mit den Ergebnissen der Dialogver anstaltung(en)? (Diskussionsqualität, Erkenntnisse, Ergebnisse, anderer Mehrwert etc.)

Ich bin grundsätzlich sehr zufrieden mit dem Verlauf und der Durchführung. Das Moderationskonzept war sehr gut für den Zweck geeignet und hat ergebnisorientiert zum ziel geführt. Die Stimmung in den Arbeitsgruppen war gut und positiv.
Die Vorstellung der Ergebnisse verlief ohne Zwischenfälle und wurde konstruktiv kritisch begleitet.

Nennen Sie drei wichtige Ergebnisse bzw. konkrete Maßnahmen, die im Flüchtlingsdialog erarbeitet wurden.

Wie schätzen Sie die Wirkung des Flüchtlingsdialogs ein: Werden die Ergebnisse des Flüchtlingsdialogs in Ihrer Kommune zu weiteren Handlungen bei Akteuren aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft führen? Welche konkreten Schritte wurden dazu vereinbart?

Die Ergebnisse die einer Umsetzung bedürften wären:

  1. Patenschaftsmodell für die 40 neuen Mitbürger
  2. interkulturelles Fest im Stadtteil mit Einbeziehung der Comunities.
  3. Planung und mögliche Umsetzung eines Quartiermanagers und einer politischen Vertretung für den Stadtteil.

Die Ergebnisse werden weiter getragen und teilweise auch von Seiten der Abteilung Integration weiter verfolgt. A und B sind umsetzbar ohne eine politische Entscheidung.C wäre ein politische Entscheidung Voraussetzung für die Umsetzung. Wir werden aber den Diskurs zum Thema aufrecht erhalten.

Wie hoch schätzen Sie die in Ihrer Kommune entstandenen Kosten für Organisation und Durchführung der Flüchtlingsdialoge ein? (Beratungs- und Moderations kosten, Sachmittel etc.)

Stehen Aufwand und Ergebnis in einem guten Verhältnis?

Die Kosten die bei der Kommune blieben (Catering und Raummiete) sind überschaubar und absolut vertretbar. Das Verhältnis zwischen Aufwand und Ergebnis ist mehr als gerechtfertigt.

Was würden Sie beim nächsten Mal anders machen?

Welche Verbesserungsvorschläge haben Sie, insbesondere auch im Hinblick auf die Rahmenbedingungen?

Es war eine sehr gute Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung. Gerade von Frau Ewen fühlten wir uns sehr gut unterstützt. Wir sehen keinen Grund etwas anders zu machen. Man muss sich immer von den Situationen vor Ort leiten lassen.