Name der Stadt oder Gemeinde
Stadt Ostfildern -> www.ostfildern.de

Einwohnerzahl
39.000

Landkreis
Esslingen

Regierungsbezirk
Stuttgart

Name und Adresse der Kontaktperson für den Kommunalen Flüchtlingsdialog:
Nathalie Stengel
Stadt Ostfildern
Gerhard-Koch-Str. 1
73760 Ostfildern

Telefon der Kontaktperson
0711 3404-139

E-Mail der Kontaktperson
n.stengel-deroide@ostfildern.de

Bitte beschreiben Sie kurz die Zielsetzung, das Format und die methodische Umsetzung des Flüchtlingsdialogs.

Am Samstag, den 09. Juli 2016 zwischen 09:45 Uhr und 16:00 Uhr.

Ziel war mit den Akteuren der Flüchtlingsarbeit und mit Geflüchteten konkrete Wege zu formulieren, wie ein gelingender Dialog zwischen der Stadt Ostfildern und der Bürgerschaft zum Thema Flüchtlinge gestaltet werden kann. Im Rahmen einer Zukunftswerkstatt wurden Antworten von den Teilnehmern gesammelt und in sechs Handlungsfeldern zusammengefasst. Durch das Priorisieren der entwickelten Ziele und Maßnahmen wurde das Arbeitsergebnis auf wenige sehr konkrete Ideen kondensiert.

Was war in Ihrer Kommune der konkrete Anlass für die Durchführung eines Flüchtlingsdialogs? Welche Ausgangssituation fanden Sie vor?

Nach einer ersten Akutphase des „Ankommens“ beginnt jetzt für viele Geflüchtete eine Phase der Integration. Während der Akutphase hatte die Stadt Ostfildern das Plenum Flüchtlingshilfe (mit sieben Arbeitsgemeinschaften) ins Leben gerufen, an dem die Akteure der Flüchtlingshilfe teilnahmen. Die Phase der Integration bringt neue Herausforderungen mit sich: u.a. die Partizipation der Geflüchteten sowie die Begegnungen auf Augenhöhe mit anderen Mitbürgern der Aufnahmegesellschaft. Mit dem kommunalen Flüchtlingsdialog wurden Geflüchtete sowie weitere Akteure einbezogen, um gemeinsam konkrete Maßnahmen und Handlungen zu erarbeiten.

Wer hat diese Aufgaben übernommen? Für welche Aufgaben haben Sie Beratungs- und Moderationsleistungen in Anspruch genommen?

Christoph Weinmann hat die Beratung und Moderation des KFD übernommen. Herr Weinmann beriet uns in folgenden Bereichen: Format der Veranstaltung, Personenkreise, die eingeladen werden, Organisation der Veranstaltung, Vorbereitung der Co-Moderatoren, Nachbereitung, Auswertung und Verwertung der Ergebnisse. Er übernahm die Gesamtmoderation des Tages.

Welche Themen wurden im Flüchtlingsdialog diskutiert und bearbeitet?

Die Sammlung und Sortierung der Kartenabfrage im Plenum ergab 10 relevante Themenfelder, die zu sechs Handlungsfeldern zusammengefasst wurden und in Arbeitsgruppen bearbeitet wurden: Sprache, Arbeitsmarkt, soziales Zusammenleben und kulturelle Vielfalt, Wohnen und Alltag in den Unterkünften, Vorbehalte und Haltung, Netzwerke - Hilfe und Struktur, Bürokratismus und Kommunikation.

Bitte nennen Sie die Teilnehmergruppen und die Anzahl der Personen, die an dem Flüchtlingsdialog teilgenommen haben.

Ca. 80 Personen haben am Flüchtlingsdialog teilgenommen: 

  • Bürgermeister und Fraktionsvorsitzende
  • Mitarbeiter der Stadtverwaltung
  • Projektmitarbeiter/-innen, die im Bereich Migration und Integration aktiv sind
  • Ehrenamtliche des Freundeskreises Asyl
  • Geflüchtete
  • Vertreter von Kirchen 
  • Vertreter von Vereinen
  • Dolmetscher
  • Vertreter der sozialen Betreuung (AWO)

Wie zufrieden sind Sie mit dem Ablauf der Dialogveranstaltung(en)? (Format, Struktur, Moderation, Transparenz, fairer und respektvoller Umgang, Informationsmaterial etc.)

Wie zufrieden sind Sie mit den Ergebnissen der Dialogveranstaltung(en)? (Diskussionsqualität, Erkenntnisse, Ergebnisse, anderer Mehrwert etc.)

Das Format der Zukunftswerkstatt hat eine hohe Beteiligung und Partizipation der Teilnehmer/-innen ermöglicht. Die Tatsache, dass fast alle einschließlich der Geflüchteten bis zum Ende der Veranstaltung geblieben sind, ist ein Zeichen dafür, dass ein Dialog und ein respektvoller Umgang miteinander stattgefunden haben. Auch mit der Moderation und Co-Moderation waren wir sehr zufrieden. Allerdings war das Sortieren der Kärtchen im Plenum etwas langwierig. 

Die Auswertung der Ergebnisse zeigt, dass viele neue Ideen entstanden sind und dass neue Akteure gewonnen werden konnten. Die Diskussionsqualität war in den Arbeitsgruppen von Ideenreichtum und Respekt gekennzeichnet. Dank des Einsatzes von Dolmetschern in den Arbeitsgruppen konnten sich die Geflüchteten rege beteiligen. 

Nennen Sie drei wichtige Ergebnisse bzw. konkrete Maßnahmen, die im Flüchtlingsdialog erarbeitet wurden.

Wie schätzen Sie die Wirkung des Flüchtlingsdialogs ein: Werden die Ergebnisse des Flüchtlingsdialogs in Ihrer Kommune zu weiteren Handlungen bei Akteuren aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft führen? Welche konkreten Schritte wurden dazu vereinbart?

Unter den vielen Ergebnissen (siehe Zusammenfassung der Ergebnisse) können folgende drei genannt werden:

  • Job-Mentoren für Geflüchtete, die über 30 Jahre alt sind, werden gesucht
  • Orte an denen konkrete Begegnungen stattfinden können, werden geschaffen
  • Migranten und Deutsche organisieren gemeinsam eine Begegnung. Erstes Vorbereitungstreffen findet am 16. Juli statt.

Der Leiter des Bereichs Soziales wird gemeinsam mit zwei Teilnehmern/-innen des Kommunalen Flüchtlingsdialogs die Ergebnisse dem Gemeinderat vorstellen. Manche Maßnahmen werden von den Teilnehmer/-innen selbst umgesetzt. Manche Ergebnisse werden in den Arbeitsgemeinschaften des umbenannten Plenums "Integration und Flüchtlingshilfe" eingespeist und weiterentwickelt.  Alle Teilnehmer/-innen, die sich bei bestimmten Themen weiter einbringen wollen, werden  zu den entsprechenden Arbeitsgemeinschaften eingeladen. 

Wie hoch schätzen Sie die in Ihrer Kommune entstandenen Kosten für Organisation und Durchführung der Flüchtlingsdialoge ein? (Beratungs- und Moderationskosten, Sachmittel etc.)

Stehen Aufwand und Ergebnis in einem guten Verhältnis?

Die Beratungs- und Materialkosten belaufen sich auf 3.000,00 € (werden von der Landeszentrale für politische Bildung gefördert).

Die restlichen Kosten (Verpflegung, Raummiete, Materialkosten) belaufen sich auf ca. 1.500,00 €.

Die Vorbereitung der Veranstaltung und zum Teil die Co-Moderation wurden von den Mitarbeitern der Stadtverwaltung getragen. Der Aufwand und das Ergebnis stehen in einem guten Verhältnis.

Was würden Sie beim nächsten Mal anders machen?

Welche Verbesserungsvorschläge haben Sie, insbesondere auch im Hinblick auf die Rahmenbedingungen?

Beim nächsten Mal würden wir versuchen, die Phase des Sortierens der Kärtchen im Plenum zu verkürzen.

Empfehlungen:

  • Einladung durch den Oberbürgermeister persönlich
  • Schlusswort des Oberbürgermeisters mit konkretem Ausblick auf das weitere Vorgehen
  • Teilnahme von Vertretern der Gemeinderatsfraktionen
  • Geflüchtete persönlich ansprechen (zusätzlich zu Brief OB)
  • Organisationen / Vereine persönlich ansprechen