Name der Stadt oder Gemeinde:
Plochingen -> www.plochingen.de

Einwohnerzahl:
ca. 14.000

Landkreis:
Esslingen

Regierungsbezirk:
Stuttgart

Name und Adresse der Kontaktperson für den Kommunalen Flüchtlingsdialog:

Felix Unseld
Kommunaler Flüchtlingskoordinator
Schulstraße 5-7
73207 Plochingen

Telefon der Kontaktperson:
07153-7005-104

E-Mail der Kontaktperson:
unseld@plochingen.de

Bitte beschreiben Sie kurz die Zielsetzung, das Format und die methodische Umsetzung des Flüchtlingsdialogs.

Durchführung:
Bürgerdialog am 07.06.2017 von 18:00 - 20:30
Expertenworkshop am 22.06.2017 von 10:00 - 15:00

Ziel des Kommunalen Flüchtlingsdialogs (KFD) war es, die Grundlagen für ein Integrations- und Betreuungskonzept für die Stadt Plochingen zu erarbeiten. Wichtig aus kommunaler Sicht war dabei eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung wie auch eine gute Vernetzung der Haupt- und Ehrenamtlichen Akteure. Mit dem KFD sollten Wünsche, Ängste und Meinungen aus der Bevölkerung in die Erarbeitung eines Integrations- und Betreuungskonzepts einbezogen werden und durch ein Expertenworkshop vertiefend bearbeitet werden.

Was war in Ihrer Kommune der konkrete Anlass für die Durchführung eines Flüchtlingsdialogs? Welche Ausgangssituation fanden Sie vor?

Die Stadt Plochingen steht, wie viele andere Kommunen, vor der großen Herausforderung die dauerhafte Unterbringung der geflüchteten Menschen in der Anschlussunterbringung zu gewährleisten und nachhaltig zu gestalten.
Bislang wurde die Betreuung und Integration überwiegend durch ehrenamtlich Aktive Bürgerinnen und Bürger gestemmt - die neue Situation machte eine Restrukturierung und Erweiterung des bisherigen Netzwerks und eine bessere Vernetzung der Akteure notwendig. Dies soll durch ein umfassendes Integrations- und Betreuungskonzept ermöglicht werden.
Ziel des KFD war es daher die Grundlagen für ein solches Konzept zu schaffen und allgemein akzeptierte Strukturen und Projekte zu skizzieren.

Wer hat diese Aufgaben übernommen? Für welche Aufgaben haben Sie Beratungs- und Moderationsleistungen in Anspruch genommen?

Die Konzeption und Durchführung des Kommunalen Flüchtlingsdialogs wurde durch Herrn Dr. Thomas Pfohl und Herrn Daniel Paric von Taten.Drang unterstützt. Insbesondere bei der Auswahl der partizipativen Methoden für den Bürgerdialog und die Kozeptionierung des Expertenworkshops konnte durch die Beratung deutlich praxis- und ergebnisorientierter gestaltet werden.
Auch die durchgehende Moderation durch dritte hat zu einer sachlichen- und ergebnisorientierten Arbeitsatmosphäre und Diskussionskultur geführt.

Welche Themen wurden im Flüchtlingsdialog diskutiert und bearbeitet?

Im Bürgerdialog wurden vor allem die Themenbereiche Wohnenm, Freizeit/Teilhabe sowie Bildung und Arbeit thematisiert und diskutiert. Zusätzlich sollte ein gemeinsamer Integrationsbegriff formuliert werden.

Der Expertenworkshop sollte sich ursprünglich auch auf die genannten Themen konzentrieren, im Plenum wurde aber einstimmig beschlossen den Schwerpunkt auf die Formulierung eines Integrationsbegriffes, die Erarbeitung einer neuen Vernetzungs- und Kommunikationsplattform sowie dem Themenfeld "Freizeit/Teilhabe" zu legen.
Auslöser hierfür war eine Diskussion in deren Folge einmütig festgestellt wurde, das in den anderen Themenbereichen die Angebote auf (über-)regionaler Ebene ausreichend sind und lediglich besser bekannt gemacht werden müssen.

    Bitte nennen Sie die Teilnehmergruppen und die Anzahl der Personen, die an dem Flüchtlingsdialog teilgenommen haben.

    Zum Bürgerdialog wurde offen über die Presse eingeladen. In der Folge haben sich gut 40 Bürgerinnen und Bürger über die aktuelle Situation informiert und mit Projektideen beteiligt.
    Zum Expertenworkshop wurden gezielt 20 Vertreter aus der operativen Flüchtlingsarbeit eingeladen. Dazu gehörten Vertreter des Landkreises (Sozialer Dienst) von Träger (AWO, Kreisdiakonie, GARP), den gesellschaftlichen Akteuren (Vereine, Kirchen) sowie dem Ehrenamt und der Verwaltung.

    Wie zufrieden sind Sie mit dem Ablauf der Dialogveranstaltung(en)? (Format, Struktur, Moderation, Transparenz, fairer und respektvoller Umgang, Informationsmaterial etc.)

    Wie zufrieden sind Sie mit den Ergebnissen der Dialogveranstaltung(en)? (Diskussionsqualität, Erkenntnisse, Ergebnisse, anderer Mehrwert etc.)

    Die Veranstaltungen sind aus Sicht der Stadtverwaltung überaus positiv verlaufen. Die Beteiligung am Bürgerdialog war durch ein konstruktives und respektvolles Miteinander und diskutieren geprägt. Erstmalig konnten sich die Bürgerinnen und Bürger inhaltlich zum Thema Integration von Flüchtlingen äußern und wurden zuvor umfassend über die Situation vor Ort informiert.
    Die eingebrachten Projektideen sind Teils schon durch bereits bestehenden Projektideen umgesetzt und Teils fließen diese in das Integrations- und Betreuungskonzept mit ein. Der Verweis auf bereits bestehende Projekte kann als positiver Nebeneffekt gewertet werden - so konnte aufgezeigt werden, wie breit bereits die Unterstützung aufgebaut ist.
    Der Expertenworkshop war durch ein hohes Maß an Professionalität und Zielorientierung geprägt. Innerhalb des Workshops konnten daher sehr detaillierte und weitgehende Projektideen entwickelt werden.

    Nennen Sie drei wichtige Ergebnisse bzw. konkrete Maßnahmen, die im Flüchtlingsdialog erarbeitet wurden.

    Wie schätzen Sie die Wirkung des Flüchtlingsdialogs ein: Werden die Ergebnisse des Flüchtlingsdialogs in Ihrer Kommune zu weiteren Handlungen bei Akteuren aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft führen? Welche konkreten Schritte wurden dazu vereinbart?

    Die Ergebnisse des Expertenworkshops werden in den kommenden Wochen verschriftlicht und nach der Sommerpause dem Gemeinderat vorgestellt. Inhalte werden unter anderem sein:

    • Umsetzung einer neuen Organisationsstruktur des Beirats Flüchtlinge
    • die Einrichtung einer zentralen Anlaufstelle für Migranten
    • Organisation einer konkreten Interessensvertretung für Geflüchtete
    • Formulieren eines gemeinsamen Integrationsbegriffes


    Die Umsetzung und Konkretisierung der Projektvorschläge wird durch die Mitglieder des Expertenwokshops weiterhin begleitet werden.
    Sofern die politischen Gremien den Maßnahmen zustimmen und die entsprechenden Mittel zur Verfügung stellen, können die Integrationsbemühungen in Plochingen künftig zielgerichteter und effektiver vorangetrieben werden.

    Wie hoch schätzen Sie die in Ihrer Kommune entstandenen Kosten für Organisation und Durchführung der Flüchtlingsdialoge ein? (Beratungs- und Moderationskosten, Sachmittel etc.)

    Stehen Aufwand und Ergebnis in einem guten Verhältnis?

    Als wesentlicher Kostenfaktor ist die Beratung, Konzeption und Moderation der Veranstaltung zu sehen (ca. 5.000€), zusätzliche nicht konkret zu beziffernde Kosten entstanden durch interne Dienstleistungen (Aufbau, Raummiete, Personaleinsatz, Sachmittel). Es ist von Gesamtkosten von ca. 6.000€ auszugehen.

    Aufwand und Ergebnis stehen in einem guten Verhältnis. Ohne Förderung, wäre eine solche Veranstaltung aber nicht möglich gewesen.

    Was würden Sie beim nächsten Mal anders machen?

    Welche Verbesserungsvorschläge haben Sie, insbesondere auch im Hinblick auf die Rahmenbedingungen?