Name der Stadt oder Gemeinde
Rems-Murr-Kreis-> www.rems-murr-kreis.de

Einwohnerzahl
419.456 Stand 31.12.2015

Landkreis
Rems-Murr

Regierungsbezirk
Stuttgart

Name und Adresse der Kontaktperson für den Kommunalen Flüchtlingsdialog:
Landratsamt Rems-Murr-Kreis
Stabsstelle Wirtschaftsförderung
Christina Reimling
Alter Postplatz 10
71332 Waiblingen

Telefon der Kontaktperson
07151501-1092

E-Mail der Kontaktperson
c.reimling@rems-murr-kreis.de

Bitte beschreiben Sie kurz die Zielsetzung, das Format und die methodische Umsetzung des Flüchtlingsdialogs.

Durchführung am 20.10.2016

Das Landratsamt des Rems-Murr-Kreises möchte auf der Grundlage des Kommunalen Flüchtlingsdialoges einen Integrationsplan für den Rems-Murr-Kreis erstellen. Dieser Integrationsplan soll die Basis der Integrationsarbeit für die kommenden Jahre darstellen.

Ablauf:
• Begrüßung (Landrat Dr. Richard Sigel)
• Input des externen Moderators
• Bildung von 4 Arbeitskreisen zu den Themen Wohnen, Bildung/Ausbildung, Arbeit, Freizeit mit vordefinierten Fragestellungen
• Zusammenfassung/kurze Vorstellung der Ergebnisse mit der Möglichkeit zur Ergänzung durch die Teilnehmer der jeweils anderen Arbeitskreise
• Abschluss mit kleinem Imbiss

Ziel: Informations- und Ideensammlung zu den folgenden Leitfragen:

• Wo sind die Probleme in der Praxis?
• Warum gelingt Integration (nicht)?
• Was können wir tun, was ist im Einflussbereich der anwesenden Akteure?
• Welche konkreten Aktivitäten können wir starten?
• Was können wir z. B. den Kommunen vorschlagen?

Die Veranstaltung wird unter professioneller Begleitung vor- und nachbereitet sowie moderiert. Die Ergebnisse werden im Anschluss gesichtet, bewertet, priorisiert und in einen Maßnahmenplan überführt. 

Was war in Ihrer Kommune der konkrete Anlass für die Durchführung eines Flüchtlingsdialogs? Welche Ausgangssituation fanden Sie vor?

Der Rems-Murr-Kreis hat zum 1.3.2016 erstmals die Vollzeitstelle der Integrationsbeauftragten besetzt. Vor dem Hintergrund der starken Zuwanderung durch Flüchtlinge 2015 stellten sich in der Integrationsarbeit ganz neue Aufgaben. Diese zu eruieren, die tatsächlich in der Praxis für Flüchtlinge, aber auch für alle beteiligten Akteure anfallenden Hürden und Schwierigkeiten zunächst festzustellen, um dann konkrete Lösungsvorschläge und eine Integrationsstrategie für die nächsten Jahre zu erarbeiten, war Anlass für den Flüchtlingsdialog.

Wer hat diese Aufgaben übernommen? Für welche Aufgaben haben Sie Beratungs- und Moderationsleistungen in Anspruch genommen?

Beratung und Moderation: Dr. Bernd Stockburger, Handwerkskammer Region Stuttgart, Stuttgart

Moderation des Kommunalen Flüchtlingsdialoges, Vor- und Nachbereitung, intensiver Austausch mit dem Landratsamt, Zusammenfassung und Bündelung der Ergebnisse und Unterbreitung von Vorschlägen zur weiteren Vorgehensweise an das Landratsamt.
Herr Dr. Stockburger soll auch die weiterführenden Workshops moderieren und uns auf dem Weg zum Integrationsplan weiterhin begleiten.

Welche Themen wurden im Flüchtlingsdialog diskutiert und bearbeitet?

Arbeitsmarktintegration, Wohnen, Freizeit, Sprache und Bildung

Bitte nennen Sie die Teilnehmergruppen und die Anzahl der Personen, die an dem Flüchtlingsdialog teilgenommen haben.

• Vertreter von Städten und Gemeinden (Integrations- und Flüchtlingsbeauftragte),
• Arbeitsagentur,
• Vertreter der IHK, der Handwerkskammer und der Architektenkammer,
• Firmeninhaber/Unternehmer,
• Ehrenamtliche,
• die Rems-Murr-Immobilien-Management GmbH,
• unser Jugendamt,
• Vertreter von Kirchen, Vereinen, Freien Trägern,
• VABO Lehrer,
• unser Schulamt,
• Vertreter der Bildungsträger sowie
• Vertreter des Flüchtlingssozialdienstes
• und natürlich Flüchtlinge.

41 Personen

Wie zufrieden sind Sie mit dem Ablauf der Dialogveranstaltung(en)? (Format, Struktur, Moderation, Transparenz, fairer und respektvoller Umgang, Informationsmaterial etc.)

Wie zufrieden sind Sie mit den Ergebnissen der Dialogveranstaltung(en)? (Diskussionsqualität, Erkenntnisse, Ergebnisse, anderer Mehrwert etc.)

Insgesamt sehr zufrieden.
Allerdings mussten wir den Kommunalen Flüchtlingsdialog in vier Workshops aufteilen, die parallel stattgefunden haben. Anders wäre u. E. eine zielführende, effiziente Arbeit nicht möglich gewesen.

Diese Unter-Workshops wurden daher von Kolleginnen und Kollegen aus dem Landratsamt bzw. von einem Kollegen aus einer anderen Kommune geleitet und moderiert.

Mit den Ergebnissen können wir sehr gut weiterarbeiten.

Nennen Sie drei wichtige Ergebnisse bzw. konkrete Maßnahmen, die im Flüchtlingsdialog erarbeitet wurden.

Wie schätzen Sie die Wirkung des Flüchtlingsdialogs ein: Werden die Ergebnisse des Flüchtlingsdialogs in Ihrer Kommune zu weiteren Handlungen bei Akteuren aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft führen? Welche konkreten Schritte wurden dazu vereinbart?

Die Ergebnisse stehen unter dem Vorbehalt der weiteren Prüfung und Bearbeitung in zusätzlichen Workshops mit einem erweiterten Personenkreis. In diesem nächsten Schritt werden teilweise Kreisräte sowie weitere Integrations- und Flüchtlingsbeauftragte aus den Kommunen einbezogen. Letztlich wird der Entwurf eines Integrationsplans im Frühjahr 2017 in die Gremien zur Verabschiedung eingebracht.Beispiele für Anregungen sind:- Sprachkurse: Qualitätsstandards der Einstufungstests? Wie kann dafür gesorgt werden, dass Klassen homogener werden? Muss die Unterrichtsmethodik angepasst werden?- Freizeit: Entwicklung und Bereitstellung eines Formats für die Präsentation der Freizeitangebote örtlicher Vereine (z. B. Rundgänge). Vorschläge für ermäßigte Mitgliedsbeiträge (z.B. im Gegenzug zu ehrenamtlicher Mitarbeit)- Arbeit: Ausarbeitung eines Veranstaltungskonzepts mit Referentenpool zu Vor-Ort Info-Abenden über die Beschäftigung von Migranten für Betriebe/Ehrenamtliche. Angebot des Kreises an Kommunen

Wie hoch schätzen Sie die in Ihrer Kommune entstandenen Kosten für Organisation und Durchführung der Flüchtlingsdialoge ein? (Beratungs- und Moderationskosten, Sachmittel etc.)

Stehen Aufwand und Ergebnis in einem guten Verhältnis?

Rund 7.000 Euro Gesamtkosten für den 1. Workshop und inkl. Vorbereitungs- und Folgeberatung sowie für die folgenden vier Workshops inkl. Beratungs- und Moderationskosten, Getränke und Verpflegung.
Sehr viel Arbeitszeit, um eine passgenaue Besetzung der Gruppen zu ermöglichen. Intensive persönliche Gespräche zur Akquise der Teilnehmer. Auswahl und Vorgespräche mit den vier Moderatoren/Moderatorinnen.

Das Verhältnis zwischen Aufwand und Ergebnis können wir erst abschätzen, wenn das Ergebnis (der Integrationsplan) steht. Zum heutigen Zeitpunkt sind wir mit dem bisherigen Input sehr zufrieden.

Was würden Sie beim nächsten Mal anders machen?

Welche Verbesserungsvorschläge haben Sie, insbesondere auch im Hinblick auf die Rahmenbedingungen?

Die Gruppengröße sollte beschränkt oder zumindest eine entsprechende Empfehlung ausgesprochen werden. Wir halten es für unrealistisch, mit nur einer Gruppe und vielen Akteuren die notwendigen Themenfelder effizient zu bearbeiten.

Eine Vorschlagsliste für Institutionen, die Moderatoren/Berater zur Seite stellen könnten, wäre hilfreich.

Eine Trennung der Moderation und Beratung könnte getroffen werden, dies könnte deutlicher formuliert werden. Moderation beinhaltet normalerweise keine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema (d. h. in der Regel wären zwei Dienstleister nötig). Wir konnten mit Herrn Dr. Stockburger die optimale Besetzung finden, da er mit der Handwerkskammer einen wichtigen Akteur vertritt, über langjährige Erfahrung im Management des Bildungs- und Arbeitsmarktes verfügt und dadurch sachlich sehr informiert ist. Gleichzeitig kann er zielorientiert und effizient steuern und weiß als hervorragender Moderator seine Rollen auch jeweils zu unterscheiden.