Name der Stadt oder Gemeinde
Stadt Ulm-> www.stadtulm.de

Einwohnerzahl
rd. 121.540

Landkreis
Stadtkreis Ulm

Regierungsbezirk
Tübingen

Name und Adresse der Kontaktperson für den Kommunalen Flüchtlingsdialog:
Idalia Dias Heller
Olgastraße 143
89073 Ulm

Telefon der Kontaktperson
0731/161-5341

E-Mail der Kontaktperson
i.dias-heller@ulm.de

Bitte beschreiben Sie kurz die Zielsetzung, das Format und die methodische Umsetzung des Flüchtlingsdialogs.

Durchführung am 26.11.2016

Ziel des Flüchtlingsdialog in der Stadt Ulm  war  Transparenz und eine offene Kommunikation mit den Beteiligten wie auch der Bürgerschaft zu schaffen. Bürgerinnen und Bürger, Ehrenamtliche, kommunale Akteure, Multiplikatoren und geflüchtete Personen aus dem Stadtgebiet Ulm, wurden eingeladen gemeinsam ins Gespräch zu kommen und sich im offenen Austausch eine fundierte Meinung zu bilden. Mit dem Flüchtlingsdialog sollte den Teilnehmenden die Möglichkeit gegeben werden, konkrete Empfehlungen an Politik und Verwaltung zu formulieren.

Unter dem Motto: "Wie leben wir zukünftig zusammen?"  wurden de Teilnehmenden  mittels Vorträgen und Podiumsdiskussion über die Strategien und Maßnahmen der Stadt Ulm zur sozialen Unterstützung und Teilhabe von Flüchtlingen in Ulm  in den Themenfelder Bildung, Arbeit, Wohnen und Zusammenleben informiert. Im Anschluss an diese erste Phase folgte  die vier Foren (Bildung, Arbeit, Wohnen und Zusammenleben)  in kleinen Arbeitskreisen, wo die Teilnehmer ihre Ideen, Überlegungen und Anregungen zu dem jeweiligen Thema darstellen konnten.

Der Flüchtlingsdialog der Stadt Ulm bestand aus zwei Teile: der am Tag der Veranstaltung initiierte Dialog mittels Vorträgen, Podiumsdiskussion und Arbeitskreisen mit der Beteiligung unterschiedlichen Teilnehmergruppe und der Präsentation der Ergebnisse für die Öffentlichkeit. Die ganze Veranstaltung wurde durch die Aktion "Graphic Recording" dokumentiert. Die Ergebnisse des Flüchtlingsdialoges wurden hierin grafisch zusammenfasst. Diese grafische Dokumentation soll in Form einer Ausstellung in Frühjahr 2017 der Öffentlichkeit präsentiert werden. Diese Art der "etwas anderen Dokumentation" soll die Bürgerinnen und Bürger der Stadt zum weiteren Nachdenken anregen und Austausch fortführen.

Was war in Ihrer Kommune der konkrete Anlass für die Durchführung eines Flüchtlingsdialogs? Welche Ausgangssituation fanden Sie vor?

In der Vergangenheit wurde eher in Form von Infoveranstaltungen zur aktuellen Situation und insbesondere zu anstehenden Belegungen von den Gemeinschaftsunterkünfte berichtet. Mit dem Kommunalen Flüchtlingsdialog sollte ein offenes Austauschformat geschaffen werden, dass die Möglichkeit bietet, sich über die Flüchtlingsintegrationspolitik der Stadt Ulm aktiv auszutauschen, zu informieren, Fragen zu stellen und Anregungen zu geben und gemeinsamen Chancen und Möglichkeiten einer gelungene Integration aufzuzeigen.

Der Flüchtlingsdialog der Stadt Ulm war Anlass, über die Flüchtlingsintegrationsarbeit der Stadt Ulm auszutauschen, zu informieren, Fragen zu stellen und Anregungen zu geben und gemeinsamen Chancen und Möglichkeiten einer gelungene Integration aufzuzeigen. Dieser Tag diente auch dazu, gemeinsam zu erörtern wie wir in Zukunft  Zusammenleben wollen.

Wer hat diese Aufgaben übernommen? Für welche Aufgaben haben Sie Beratungs- und Moderationsleistungen in Anspruch genommen?

Das Konzept für die Veranstaltung wurde von der Koordination Flüchtlingsarbeit,  Teilprojektleitung Integration des Fachbereiches  Bildung und Soziales der Stadt Ulm erarbeitet und von den Mitarbeitern der Stadt Ulm in den jeweiligen Themenfelder mitgetragen.

Für die Veranstaltung wurde Leistungen in Anspruch genommen für:

  1. Die gesamte Moderation der Podiumsdiskussion
  2. Impulsvortrag 
  3. Moderation des Forums Bildung  
  4. Moderation des Forums Arbeit
  5. Moderation des Forums Wohnen   
  6. Moderation des Forums Zusammenleben und Dokumentation
  7. Erstellung der grafischen Dokumentation 

Die Moderatoren sind wohnhaft in Ulm und haben  ihren Wurzeln in dem Stadtkreis Ulm.

Welche Themen wurden im Flüchtlingsdialog diskutiert und bearbeitet?

Die Veranstaltung Flüchtlingsdialog der Stadt Ulm hatte als Themen: Arbeit, Bildung, Wohnen und Zusammenleben.

Bitte nennen Sie die Teilnehmergruppen und die Anzahl der Personen, die an dem Flüchtlingsdialog teilgenommen haben.

Bürger/innen, Mitarbeiter aus Stadtverwaltung,  Vertreter/in des Internationalen Ausschusses der Stadt Ulm,Vertreter/in des Gemeinderates, MigrantInnen,  Ehrenamtliche und Geflüchtete. In der Veranstaltung nahm ca.150 Personen teil.

Wie zufrieden sind Sie mit dem Ablauf der Dialogveranstaltung(en)? (Format, Struktur, Moderation, Transparenz, fairer und respektvoller Umgang, Informationsmaterial etc.)

Wie zufrieden sind Sie mit den Ergebnissen der Dialogveranstaltung(en)? (Diskussionsqualität, Erkenntnisse, Ergebnisse, anderer Mehrwert etc.)

Abschließend lässt sich festhalten, dass die zeitliche und  inhaltliche Veranstaltungsplanung aber auch  die Wahl der Format sich  insgesamt als zielführend erwiesen hat. Die Ergebnisse der Foren  entsprechen den an einen offenen Dialog  gestellten Anforderungen.

Die Veranstaltung wurde wie geplant durchgeführt und die gewählte Methode hat sich bewährt, die Teilnehmer könnten in dem Nachmittagsprogramm, das Thema ihrer Wahl in kleinen Arbeitskreisen ihre Fragen, Überlegungen und Anregungen zu dem jeweiligen Thema darstellen.

Informationsmitteilung auf der Webseite  der Stadt Ulm, Presseartikel, Verteilung von Postkarten und Besuch von Integrationskurse haben für ausreichende Öffentlichkeitsarbeit im Vorfeld der Veranstaltung gesorgt (siehe Anlage). Die Veranstaltungsbeteiligung war hinreichend und die beabsichtigten Zielgruppen wurden erreicht. Transparenz und Öffentlichkeit ist erzeugt worden und Netzwerken  sind sichtbarer geworden.

Im Zug der Umsetzung des Flüchtlingsdialogs wurde am Tag der Veranstaltung eine Evaluation durch einen Fragebogen der Bertelsmann Stiftung zur Befragung der Teilnehmer durchgeführt. Die Auswertung erfolgt am Ende des Jahres durch die Universität Hohenheim. Insgesamt sind 38 Rückmeldungen abgegeben worden. Da die Befragung am Ende der Veranstaltung durchgeführt wurde, konnte nur eine niedrige Rücklaufquote erzielt werden.

Die Veranstaltung ist durchweg als positiv sowohl von der Teilnehmerzahl der anteilige Zusammensetzung der unterschiedlichen Teilnehmergruppe, als auch von methodischen und strukturellen Ansatz. Insgesamt lässt sich feststellen, dass die Veranstaltung hinsichtlich der Erwartungen der Teilnehmern durchweg im Zielbereich lagen und somit als gut bis sehr gut bewertet wurde (siehe Anlage).

Nennen Sie drei wichtige Ergebnisse bzw. konkrete Maßnahmen, die im Flüchtlingsdialog erarbeitet wurden.

Wie schätzen Sie die Wirkung des Flüchtlingsdialogs ein: Werden die Ergebnisse des Flüchtlingsdialogs in Ihrer Kommune zu weiteren Handlungen bei Akteuren aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft führen? Welche konkreten Schritte wurden dazu vereinbart?

Aus der Podiumsdiskussion und den Arbeitskreisen in den Foren konnten Anregungen für die weitere Flüchtlingsarbeit der Stadt gewonnen werden:

  1. Bildung: Eine Anlaufstelle zur internationalen Bildung- und Ausbildungsberatung
  2. Arbeit: Antidiskriminierungsberatung  für den Arbeitsmarkt (interkulturelle Öffnung)
  3. Wohnen: Förderung bezahlbarer sozialer Wohnungsbau
  4. Zusammenleben: Ein Haus der Kulturen - ein Ort für alle , sich aufeinander zuzubewegen.

Das Ergebnis des Flüchtlingsdialogs soll zusammengefasst, gebündelt und in einer Dokumentation überführt, die die Öffentlichkeit und den Gemeinderat zugänglich gemacht wird und in das Konzept der Flüchtlingsarbeit der Stadt fließen soll. Die Protokolle der Podiumsdiskussion und der Arbeitskreisen in den Foren sollen die Grundlage dazu bilden.

Aus der entstandenen Bilddokumentation – Graphic Recording entsteht im Herbst 2017 eine Ausstellung.

Darüber hinaus ist die Durchführung eine Nachbereitung der Veranstaltung mittels eines Treffens der mit der Organisation und Durchführung der Veranstaltung betrauten Personen mit dem Ziel der Überprüfung ggfs. Schärfung der Zielsetzung und Rahmenbedingungen geplant. Das Treffen erfolgt auch im Hinblick auf die Folgeveranstaltung im Herbst 2017.

Wie hoch schätzen Sie die in Ihrer Kommune entstandenen Kosten für Organisation und Durchführung der Flüchtlingsdialoge ein? (Beratungs- und Moderationskosten, Sachmittel etc.)

Stehen Aufwand und Ergebnis in einem guten Verhältnis?

Die Beratungs- und Moderationskosten wurden von der Landeszentrale für politische Bildung gefördert. Die restlichen Kosten wurden von den Kooperationspartner übernommen, dadurch konnten die Kostenstrukturen der Veranstaltung optimiert werden.

Die Mittel wurden zweckgebunden und ausschließlich für die genehmigte Maßnahme für die Veranstaltung "Flüchtlingsdialog" verwendet und der Aufwand  steht in  gutem Verhältnis zum Ergebnis der Veranstaltung.

Die entstandenen Gesamtkosten der Veranstaltung sind in etwa 5.000 €.

Was würden Sie beim nächsten Mal anders machen?

Welche Verbesserungsvorschläge haben Sie, insbesondere auch im Hinblick auf die Rahmenbedingungen?

Auf Bedarfe unterschiedlicher Zielgruppen könnte ggf. individuell besser eingegangen werden.