Name der Stadt oder Gemeinde
Stadt Weinheim-> www.weinheim.de

Einwohnerzahl
44.928 (Stand 31.12.2015)

Landkreis
Rhein-Neckar-Kreis

Regierungsbezirk
Karlsruhe

Name und Adresse der Kontaktperson für den Kommunalen Flüchtlingsdialog:

Stadt Weinheim
Flüchtlingshilfe und Integration
Ulrike Herrmann
Dürrestraße 2
69469 Weinheim

Telefon der Kontaktperson
06201 / 82 457

E-Mail der Kontaktperson
u.herrmann@weinheim.de

Bitte beschreiben Sie kurz die Zielsetzung, das Format und die methodische Umsetzung des Flüchtlingsdialogs.

1. Teil am 21. Juli 2016, 2. Teil am 26. September 2016

Teil 1:
Anwohner, Flüchtlinge und Akteure der Standorte miteinander ins Gespräch bringen und einen Perspektivenwechsel ermöglichen.
Format und Methode: Gruppenarbeit nach Zugehörigkeit der Standorte, Leitfragen und gemeinsame Ausarbeitung, Impulsreferat eines Pressesprechers.

Teil 2:
Aufzeigen der verschiedenen Erwartungen und Perspektiven der Beteiligten beim Thema "Arbeit und Beschäftigung".
Sensibilisierung für die Probleme bei dem Ziel Unternehmen und Flüchtlinge zusammenzubringen.
Raum schaffen, um über anderen, neue Ansätze bei diesem Thema nachzudenken.
Methode: Interview mit den Flüchtlingen, Erzählformat bei den Unternehmern, Kleingruppenarbeit (Murmelrunde) mit Auswertung.

Was war in Ihrer Kommune der konkrete Anlass für die Durchführung eines Flüchtlingsdialogs? Welche Ausgangssituation fanden Sie vor?

Teil 1:
• Beschwerden aus der Nachbarschaft der Unterkünfte
• Anhäufung von Anzeigen bei der Polizei
• Fragen zum Aufgabenbereich der Security
• der Handlungsspielraum der Ehrenamtlichen nicht geklärt
• das Verhalten der Flüchtlinge bedarf Regeln

Teil 2:
Probleme bei der Suche von Flüchtlingen nach Arbeit, bzw. von Unternehmen nach Flüchtlingen als Beschäftigte sind groß. Nur 10% der Flüchtlinge sind in unterschiedlichen Beschäftigungsverhältnissen.

Wer hat diese Aufgaben übernommen? Für welche Aufgaben haben Sie Beratungs- und Moderationsleistungen in Anspruch genommen?

Carla Schönfelder, Team Ewen, Ludwighöhstraße 31, 64285 Darmstadt

Die Leistungen wurden für die Konzeption, Planung, Durchführung und Nachbereitung des Kommunalen Flüchtlingsdialoges in Anspruch genommen.

Welche Themen wurden im Flüchtlingsdialog diskutiert und bearbeitet?

Weinheim schaut hin
Wie leben wir zukünftig zusammen?
Teil 1 zum Thema Nachbarschaft und Sicherheit
Teil 2 zum Thema Integration durch Arbeit und Beschäftigung

Bitte nennen Sie die Teilnehmergruppen und die Anzahl der Personen, die an dem Flüchtlingsdialog teilgenommen haben.

Teil 1: Anwohner, Flüchtlinge, Sozialarbeiter des Kreises, Ehrenamtliche, Polizei, Feuerwehr, Security und Vertreter der Stadt. - Ca. 50 Personen.

Teil 2: Unternehmen, Flüchtlinge, Sozialarbeiter des Kreises, Institutionen des Arbeitsmarktes und der Vermittlung, Ehrenamtliche, Kommunalpolitik, Anbieter aus dem (Aus)Bildungsbereich. - Ca. 80 Personen.

Wie zufrieden sind Sie mit dem Ablauf der Dialogveranstaltung(en)? (Format, Struktur, Moderation, Transparenz, fairer und respektvoller Umgang, Informationsmaterial etc.)

Wie zufrieden sind Sie mit den Ergebnissen der Dialogveranstaltung(en)? (Diskussionsqualität, Erkenntnisse, Ergebnisse, anderer Mehrwert etc.)

Mit beiden Veranstaltungen sehr zufrieden!


Teil 1:  Ergebnisse: Die gemischten Gruppen konnten sich sehr authentisch ihre unterschiedlichen Sichtweisen erklären. Die Moderation hatte dabei einen sehr hohen Stellenwert.
Bewertung des Themas der Teilnehmer hat eine emotionale oder eine sachliche Grundlage. Inhalte und Bedürfnisse über den geführten Dialog eine Ergänzung herbeiführen und Widersprüche aufheben. Eine gemeinsame Zielsetzung entwickeln.

Teil 2: Authentisch konnten die Flüchtlinge (fünf Männer und eine Frau) über dieses "nicht arbeiten können" sprechen.
Erzählen und zuhören hat sehr gut geklappt. Durch die Moderation wurde es möglich, im Gespräch mit
• dem Flüchtling
• dem Unternehmer
• den Gästen
bei der Problemstellung "Arbeit" den Mensch und seine Persönlichkeit in den Mittelpunkt zu rücken.

Die Auswertung der Ergebnisse zeigt, dass viele neue Ideen entstanden sind und dass neue Akteure gewonnen werden konnten. Die Diskussionsqualität war in den Arbeitsgruppen von Ideenreichtum und Respekt gekennzeichnet. Dank des Einsatzes von Dolmetschern in den Arbeitsgruppen konnten sich die Geflüchteten rege beteiligen. 

Nennen Sie drei wichtige Ergebnisse bzw. konkrete Maßnahmen, die im Flüchtlingsdialog erarbeitet wurden.

Wie schätzen Sie die Wirkung des Flüchtlingsdialogs ein: Werden die Ergebnisse des Flüchtlingsdialogs in Ihrer Kommune zu weiteren Handlungen bei Akteuren aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft führen? Welche konkreten Schritte wurden dazu vereinbart?

Teil 1:

1. Ergebnis: Definition von "Lärm" aus den verschiedenen Positionen. Durch exakte Problemdefinition, den verbindlichen Ansprechpartner benennen. Sensibilität wird von Flüchtlingen ausgesprochen.

2. Ergebnis: Fehl-Feueralarm - Feuerwehr wird in den Unterkünften Infoveranstaltungen durchführen. Der Security sind die Zusammenhänge klarer geworden.

3. Ergebnis: Negative Berichterstattung bei den Medien zum Flüchtlingsthema ist sehr viel größer, als die positiven Meldungen. Impulsreferat durch einen Journalisten zu diesem Thema erwies sich nicht als geeignet dafür öffentlich Gegenargumente zu platzieren. Es ergab sich keine angeregte Diskussion. Wirkung: Positiv bei den Teilnehmern. Ein Thema von unterschiedlichen Akteuren zu hören, die ansonsten nicht miteinander im Gespräch sind, wurde als hilfreich bewertet. Flüchtlingen wurde ihre eigene Verantwortung durch die Teilnahme klar. Haupt- und Ehrenamtliche im Gespräch ohne Forderungen, sondern zur Besprechung der Lage, hatte eine entspannte Wirkung. Die erstellte Problemliste sollte abgearbeitet werden und die Ergebnisse im großen Verteiler besprochen werden. Die Beschwerden der Anwohner sind seitdem rückläufig.

Teil 2:

1. Ergebnis: Weitere Vernetzung unter den Akteuren.

2. Ergebnis: Sprache ist der Kernpunkt beim Thema "Arbeit".

3. Ergebnis: Es wurden keine neuen kreativen Ideen für den Arbeitsmarkt entwickelt.Wirkung: Die allgemeine Bewertung der Veranstaltung war sehr positiv. Der wichtigste Punkt ist, den Flüchtlingen eine öffentliche Bühne zu ermöglichen, um über die eigene Haltung zur Arbeit zu sprechen.

Wie hoch schätzen Sie die in Ihrer Kommune entstandenen Kosten für Organisation und Durchführung der Flüchtlingsdialoge ein? (Beratungs- und Moderationskosten, Sachmittel etc.)

Stehen Aufwand und Ergebnis in einem guten Verhältnis?

  • Beratungs- und Moderationskosten      2.975,-€
  • Saalmiete x 2                                           260,- €
  • Verpflegung                                             210,- €

Ja, Aufwand und Ergebnis stehen in einem guten Verhältnis!

Was würden Sie beim nächsten Mal anders machen?

Welche Verbesserungsvorschläge haben Sie, insbesondere auch im Hinblick auf die Rahmenbedingungen?

Wichtig ist es, den Anteil von Impulsen, von Referenten und die Teilnehmerbeteiligung im guten Verhältnis zu planen.Wenig Sachinformationen geben.Der eigenen Argumentation des Teilnehmers viel Raum lassen, dadurch entsteht mehr Toleranz.