Wie wollen wir zukünftig zusammenleben? Das ist das Thema der Kommunalen Flüchtlingsdialoge in Baden-Württemberg, die von Sozialministerium und Staatsministerium ins Leben gerufen wurden und u.a. von der Bertelsmann-Stiftung unterstützt werden. So hat das Projekt „Vielfältige Demokratie gestalten“ begleitend dazu die Webseite fluechtlingsdialoge.de aufgebaut. Die Flüchtlingsdialoge schaffen Beteiligungsmöglichkeiten, in denen Ideen, Wünsche, Befürchtungen und Ziele für eine gelingende Integration vor Ort ausgetauscht und diskutiert werden können. Für die Umsetzung enthält die Webseite praktische Handreichungen zur Vorbereitung und Durchführung sowie gute Beispiele von bisherigen Dialogen.

Übersicht über die bisherigen Flüchtlingsdialoge

Seit Projektbeginn im April 2016 bis Ende 2016 wurden 27 Dialoge durchgeführt. Dadurch wurden mehr als 2100 Personen in Gemeinden, Städten und Landkreisen erreicht - wie z. B. in Baiersbronn, Ostfildern oder dem Landkreis Rems-Murr. Die Flüchtlingsdialoge behandeln mit Wohnen, Arbeit, Bildung und Gemeinschaft vielfältige Themen. Konkret wurde darüber gesprochen, wie die Arbeit der Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen besser verknüpft und dem Wohnraummangel entgegengewirkt werden kann. Aber auch die Verringerung bürokratischer Hindernisse bei der Einstellung von Geflüchteten und ein erleichterter Zugang zu Sprachkursen wurden thematisiert. Diskutiert wurde in unterschiedlichen Formaten wie World-Cafés oder Zukunftswerkstätten, aber auch in aufsuchenden Formaten wie z. B. beim Friedrichshafener Frühstücksbus. Beteiligt hat sich eine Vielfalt von Akteuren: Mitarbeiter der Stadtverwaltung, Vereine und Verbände, Feuerwehr, Kirchen, Geflüchtete, IHK und Ehrenamtliche.

Zwischenevaluation

Der Zwischenbericht der Evaluation in Kooperation mit der Universität Hohenheim gibt einen Überblick über die Veranstaltungen in 2016. Bislang wurden 17 Veranstaltungen evaluiert und zusätzlich teilnehmende Beobachtungen durchgeführt. Die Befragung der Teilnehmenden und Organisatoren fiel überwiegend positiv aus: 86% vergaben „gut“ oder „sehr gut“ als Note. Genauso positiv bewertet wurde die Erfüllung der Erwartungen an den Dialog sowie Diskussionsführung und Logistik der Veranstaltung. Aber: Die Teilnehmenden waren hauptsächlich schon in ihren Gemeinden bei der Flüchtlingsarbeit aktiv (80%), es wurden also kaum Menschen mit kritischer Sicht erreicht. Darum werden auch Empfehlungen zur Verbesserung der noch folgenden Dialoge ausgesprochen, z.B. zum Thema Erwartungsmanagement oder zum Umgang mit den Ergebnissen.